In den falschen Körperteil geschlagen

Marschner: Der Vampyr Berlin / Komische Oper

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Hack- oder Filetsteak, das ist hier die Frage. Der «Vampyr» in der 90-minütigen Fassung des gefeierten Schauspielregisseurs Antú Romero Nunes (dem an der Bayerischen Staatsoper bereits «Guillaume Tell» anvertraut war, siehe OW 8/2014) bietet vor allem Blutsauger-Geschnetzeltes von dem sonst zwei Stunden dauernden Werk. Freilich ist dies genau das, was Nunes am besten kann – eine eigene, radikal selbstständige Version erstellen.

Wenn der Abend kalt lässt, liegt dies nicht daran, dass die schwächsten Stellen gestrichen sind.

Auch nicht an Johannes Hofmanns neu hinzukomponierten Verbindungsmusiken – einer erfrischenden Reibefläche zur schauerromantischen Jungfernopferung. Und erst recht nicht daran, dass hier ohne verlängerte Eckzähne gesungen wird – weil die Solisten sonst keinen Ton gut herausbekämen. Heiko Trinsinger gibt eine paradox bullige Fledermaus mit aalglattem Kampfbariton. Zoltán Nyári als Liebhaber klingt krepphart. Nichole Chevalier (durch Offenbach ein Star der Ära Kosky) bleibt zu ladylike. Dafür überzeugt Jens Larsen als Vater, dem sein Alter gut bekommt. ­Maria Fiselier als Emmy verlebendigt ein Maß ­komischer Hausbackenheit, das diesem Opfer des ruchlosen Verführers ...

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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Kai Luehrs-Kaiser

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