Oh Wort, das mir fehlt
Che l’oratione sia padrona dell’armonia e non serva» – diese Forderung Claudio Monteverdis nach Sinnvermittlung stand als das erste Gebot des Gesangs am Beginn der Oper. Die Forderung ist von vielen Komponisten aufgenommen und paraphrasiert worden.
Nach bitteren Theatererfahrungen mit sinnlos übersetzten oder nach Sängerlaune entstellten Texten schrieb Richard Wagner in seinem Aufsatz «Der dramatische Gesang»: «Die höchste Reinheit des Tons, die höchste Präzision und Rundung, die höchste Glätte der Passagen … wie die höchste Reinheit der Aussprache bilden das Fundament für den Gesangsvortrag.» Woran kann es liegen, dass heute in deutschen Theatern bei Aufführungen deutscher Opern der Text als Obertitel mitlaufen muss? Entweder sind einzelne Sänger der meist multinationalen Ensembles nicht in der Lage, ihre Texte idiomatisch und eloquent zu singen und zu sprechen, oder es fehlt ihnen die vokale Technik, die Worte dergestalt in den Klang zu betten, dass sie verständlich sind. Oft sind es nur Wortfetzen, die den Hörer erreichen.
Ein Beispiel von den Salzburger Festspielen 2006 ist die Aufführung der «Zauberflöte» unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti. Die Rollen der drei ...
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Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...
Ist es Ihnen auch schon oft so gegangen? Man sitzt in einer Aufführung, in der laut Programmzettel deutsch gesungen wird. Trotzdem versteht man kein Wort. Das kann selbst dann passieren, wenn ein Haus sich bewusst für eine deutsche Übersetzung, etwa bei Mozart oder Monteverdi, entschieden hat. Umgekehrt kommen Italiener, die in deutschen Opernhäusern Puccini in...
Nach jahrzehntelangem Modernisierungsstau in puncto Sicherheit und Bühnentechnik gingen 2004 im Hessischen Staatstheater Kassel die Lichter aus: Eine Generalsanierung war gefragt. Zweieinhalb Jahre später feierte man im für 36 Millionen Euro runderneuerten Haus die Premiere von «Tristan und Isolde» – eine Wiederbegegnung mit gemischten Gefühlen. Denn optisch...
