Notizen aus Aserbaidschan

Opernreise nach Aserbaidschan

Opernwelt - Logo

Eine Reise ans «Staatlich-Aserbaidschanische Akademische Opern- und Ballett-Theater Baku» ist eine Reise in die Vergangenheit. Nicht, weil die 1910 im eleganten Orient-Jugendstil erbaute Oper der Öl-Metropole am Kaspischen Meer ihren sowjetischen Titel auch zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit nicht ablegt. Hier kann man die Aufführungspraxis der frühen Oper mutatis mutandis als lebendige Gegenwart erleben. Anfang des 20. Jahrhunderts schrieben die Brüder Hajibeyov die ersten Opern der muslimischen Welt.

Auf «Leyli und Mejnun» (1908) und «Ashig Garib» (1915) folgte Müslim Magomajevs «Shah Ismail» (1919). Sie gehören zu den Säulen des Bakuer Repertoires und bestehen wie die Bühnenwerke Monteverdis und seiner Zeitgenossen aus komponierten und improvisierten Nummern.

Für westliches Orchester auskomponiert sind die mehrstimmigen Instrumentalstücke (Ouvertüre, Ritornelle, Ballette, Finali) und Ensembles. Bei Arien und Duetten geben die Partituren nur den Text und den Namen des aus bestimmten Tonfolgen, Harmonien, Rhythmen und Verzierungsmustern bestehenden Mugams an. Das heute vierzigköpfige, ursprünglich kleinere Orchester (Streicher, Bläser, Schlagwerk) schweigt oder spielt eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Boris Kehrmann

Weitere Beiträge
Blauweiß karierte Charmeoffensive

So stellen sich die Bayern ihren weiß-blauen Himmel eben vor: als allerliebreizendstes Barockputten-Paradies, in das man freilich bei Ablauf der Lebensfrist nicht unbedingt berufen werden will. Man kann ja schließlich auch Gevatter Tod, hier Boandlkramer genannt, mit «Kerschgeist» beim Karteln unter den Tisch saufen. «Der Brandner Kasper», nach Franz von Kobells...

Schroffe Gegensätze, zerklüftete Linien

Die Musikgeschichte steckt voller Überraschungen. Das liegt nicht nur daran, dass es weit mehr herausragende Kompositionen gibt, als sie noch das größte enzyklopädische Wissen erfassen kann: Vielmehr haben ganze Entwicklungen keinen Platz in den zwangsläufig vereinfachenden Ordnungen gefunden.

Saverio Mercadante, der aus Apulien stammende Generationsgenosse...

Das Ferne ganz nah

Detlev Glanert ist ein hörerfreundlicher Komponist. Der 52-jährige Henze-Schüler verärgert weder avantgardistisch gesonnene Naturen, noch verschreckt er Normal-Abonnenten. Kein abgehobener Esoteriker, keiner, der für Spezia­listenzirkel schreibt und Erfolg für schändlich hält. Glanert ist der Mann für Bregenz, der Rechte für ein Unternehmen, das über die Suche nach...