Nosferatu lässt grüßen

Meiningen, Weber: Der Freischütz

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Es besitzt einen gewissen Zynismus, dass sich der erste große Publikumserfolg der Ära Res Bossharts am Meininger Theater erst nach dem Rauswurf des umstrittenen Intendanten einstellt. Denn obwohl es noch Boss­hart gewesen war, der den Berliner Videofilmer und Politikersohn Philipp Stölzl für den «Freischütz» engagiert hatte, wird die Lorbeeren dafür nun sein als Nothelfer aus Ulm hergeholter Nachfolger Ansgar Haag ernten.

Und die Produktion, der das Kunststück gelingt, sowohl das konservativere Publikum als auch die Anhänger hinterfragenden Regietheaters zu befriedigen, wird nun unversehens zum Symbol eines Neubeginns. Für das Theater und seine dramatisch gesunkenen Auslas­tungszahlen ist das freilich ein Segen: Wenn etwas die von Experimenten Bossharts den vergrätzten Abonnenten wieder zurück in ihr Theater locken kann, dann ist es dieser «Freischütz». Wie man es von einem Regisseur erwarten kann, der seinen Sohn Carl Maria nennt, ist er mit äußerster Liebe zum Stück dabei, zeigt getreu jedes Detail von der Wolfsschlucht-Eule bis zum veilchenblauen Jungfernkranz. Sogar die von Weber noch vor der Premiere gestrichene Eremitenszene kommt (wie einst in Achim Freyers legendärer ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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