Nichts ist mehr so, wie es früher nicht war
Die Wiener Staatsoper sei kein Haus wie jedes andere, meint Direktor Ioan Holender im Booklet dieser Aufnahmen. Unbestritten – wenngleich zwischen den Zeilen von Holenders Statement jene Führungsrolle mitschwingt, die Wien in der Musik- und Opernwelt gern beansprucht, die man aber in Berlin, London, Mailand, New York, Paris, auch München wahrscheinlich nicht unwidersprochen ließe.
Sei’s, wie es sei: Kaum eines der genannten Häuser verfügt über einen so umfangreichen Schatz an Tondokumenten wie die Wiener, dank der vom Österreichischen Rundfunk erstellten Live-Übertragungen: Seit der Wiedereröffnung des Hauses am Ring wurden fast alle Premieren und darüber hinaus auch manche Repertoirevorstellungen aufgezeichnet.
Orfeo, in der Aufarbeitung solcher Archive im süddeutschen Raum – Wien, München, Salzburgs Festspiele – bestens geübt, hat erneut zwei bemerkenswerte Mitschnitte herausgebracht: Verdis «La forza del destino» aus dem Jahre 1960, in der Ära Karajan also, jedoch mit Dimitri Mitropoulos am Pult (aufgenommen wenige Wochen vor dem Tod des Dirigenten), sowie eine Spielplanrarität: Mercadantes «Il giuramento» in einer konzertanten Aufführung aus dem Jahre 1979.
Wieder fällt einem ...
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