Nächtlich-galaktisch

Wagner: Tristan und Isolde KLAGENFURT | STADTTHEATER

Opernwelt - Logo

­Dass Wagner auch an kleineren Häusern funktioniert, ist am Klagenfurter Stadttheater längst bewiesen. Der 1910 eröffnete Musentempel im klassizistischen Stil mit elegant platzierten Jugendstil-Elementen hat bereits einen kompletten «Ring» mit Erfolg gestemmt und setzt selbstbewusst nun auch «Tristan und Isolde» zur Saisoneröffnung auf den Spielplan.

Die Herausforderung, die Klangfluten für einen kleinen Raum ins Kammermusikalische gleichsam zu «übersetzen», ist auch in diesem Werk immens; der tatsächliche Mangel an äußerer Handlung muss auf der Bühne kompensiert, aber nicht verkleinert werden ins Anekdotische.

Dennoch liegt der Schlüssel zum Gelingen eines «Tristan» im Graben. Der neue GMD Chin-Chao Lin geht mit den akustisch schwierigen Voraussetzungen souverän um. Schon im Vorspiel setzt er auf eine rhetorisch-atmende Musizierweise, geht aber doch flüssig voran, sodass mangels sanft verklingenden Nachhalls nichts verkümmert. Klanglich muss Lin im weiteren Verlauf sein reduziert besetztes Kärntner Sinfonieorchester nicht zügeln – das Vokalensemble besteht durchgehend aus ausgewachsenen Wagner-Stimmen, was allerdings eher zum Problem wird, da man die Anstrengungen dieser ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Love’s Labour’s Lost

Wie ein warmer Sonnenstrahl liegt die Sopranstimme von Eleonora Buratto, der «Sängerin des Jahres», über Orchester und Gesangsensemble in Giuseppe Verdis Komödie «Falstaff». Einst war sie Nannetta, eine Teenagerin, die ihre erste große Liebe erlebt und sich den Heiratswünschen ihres Vaters widersetzt. In dieser Rolle wurde Buratto 2013 bei den Salzburger...

In der Stille der Nacht

Von Giuseppe Verdi ist bekannt, dass er die Realisation seiner Opern, insbesondere der späteren Werke, mit besonders penibler Umsicht begleitete. So erschien relativ bald nach der Uraufführung des «Otello» am 5. Februar 1887 im Verlag Ricordi eine Disposizione scenica, in welcher die Umsetzung des Geschehens wie in einem Regiebuch genau festgelegt war. Das mag aus...

Die Wüste Welt

Yerma», das bedeutet soviel wie «ausgedörrt» und «unfruchtbar». Und es ist gewiss kein Zufall, dass auch die Titelfigur in Federico García Lorcas Drama diesen Namen trägt – eine junge Frau im ländlichen Andalusien, die sich mit Juan, den ihr Vater ausgesucht hat, nur verheiratet hat, weil sie sich in eine Mutterrolle flüchten will. Doch Jahr um Jahr vergeht, ohne...