Nächtlich-galaktisch
Dass Wagner auch an kleineren Häusern funktioniert, ist am Klagenfurter Stadttheater längst bewiesen. Der 1910 eröffnete Musentempel im klassizistischen Stil mit elegant platzierten Jugendstil-Elementen hat bereits einen kompletten «Ring» mit Erfolg gestemmt und setzt selbstbewusst nun auch «Tristan und Isolde» zur Saisoneröffnung auf den Spielplan.
Die Herausforderung, die Klangfluten für einen kleinen Raum ins Kammermusikalische gleichsam zu «übersetzen», ist auch in diesem Werk immens; der tatsächliche Mangel an äußerer Handlung muss auf der Bühne kompensiert, aber nicht verkleinert werden ins Anekdotische.
Dennoch liegt der Schlüssel zum Gelingen eines «Tristan» im Graben. Der neue GMD Chin-Chao Lin geht mit den akustisch schwierigen Voraussetzungen souverän um. Schon im Vorspiel setzt er auf eine rhetorisch-atmende Musizierweise, geht aber doch flüssig voran, sodass mangels sanft verklingenden Nachhalls nichts verkümmert. Klanglich muss Lin im weiteren Verlauf sein reduziert besetztes Kärntner Sinfonieorchester nicht zügeln – das Vokalensemble besteht durchgehend aus ausgewachsenen Wagner-Stimmen, was allerdings eher zum Problem wird, da man die Anstrengungen dieser ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller
Remembrance» hat Marcel Brunner sein Debütalbum genannt, das mit Blick auf die gegenwärtige Weltlage Lieder präsentiert, in denen die Schrecken der beiden Weltkriege reflektiert werden. Er erinnert dabei auch an den hochbegabten Rudi Stephan, der 27-jährig bereits im ersten Kriegswinter 1915 an der Front starb. Es sind «ernste Gesänge» in Anlehnung an Brahms’...
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Georges Aperghis beteuerte gern, dass sich in seinen Gedanken beim Komponieren «immer so ein kleines imaginäres Theater» abspiele. So auch bei den Donaueschinger Musiktagen 2025, wo seine «Tell Tales» uraufgeführt wurden, eine Art virtuelles Musiktheater. Eine Viola und sechs Stimmen erzeugen darin eine Geschichte mit den Mitteln polyphoner Klanginterventionen –...
