Nächtlich-galaktisch
Dass Wagner auch an kleineren Häusern funktioniert, ist am Klagenfurter Stadttheater längst bewiesen. Der 1910 eröffnete Musentempel im klassizistischen Stil mit elegant platzierten Jugendstil-Elementen hat bereits einen kompletten «Ring» mit Erfolg gestemmt und setzt selbstbewusst nun auch «Tristan und Isolde» zur Saisoneröffnung auf den Spielplan.
Die Herausforderung, die Klangfluten für einen kleinen Raum ins Kammermusikalische gleichsam zu «übersetzen», ist auch in diesem Werk immens; der tatsächliche Mangel an äußerer Handlung muss auf der Bühne kompensiert, aber nicht verkleinert werden ins Anekdotische.
Dennoch liegt der Schlüssel zum Gelingen eines «Tristan» im Graben. Der neue GMD Chin-Chao Lin geht mit den akustisch schwierigen Voraussetzungen souverän um. Schon im Vorspiel setzt er auf eine rhetorisch-atmende Musizierweise, geht aber doch flüssig voran, sodass mangels sanft verklingenden Nachhalls nichts verkümmert. Klanglich muss Lin im weiteren Verlauf sein reduziert besetztes Kärntner Sinfonieorchester nicht zügeln – das Vokalensemble besteht durchgehend aus ausgewachsenen Wagner-Stimmen, was allerdings eher zum Problem wird, da man die Anstrengungen dieser ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Regine Müller
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