Nachlese
Dass Jacques Offenbach gleichzeitig mit «Les contes d’Hoffmann», an einer abendfüllenden Operette, «La belle Lurette», schrieb, die drei Wochen nach seinem Tod am Pariser Théâtre de la Renaissance uraufgeführt wurde, dürfte wenig bekannt sein, denn das Stück hatte nicht mehr als einen Achtungserfolg, geriet nach der Premiere sehr schnell in Vergessenheit und wurde seither auch in Frankreich kaum noch aufgeführt.
Das kleine Schweizer Label Relief hat mit der Veröffentlichung einer Leipziger Rundfunkaufnahme von 1958 einen sehr verdienstvollen Beitrag zum Offenbach-Jubiläum nachgereicht – noch in Mono, aber bester Tonqualität. Sie erinnert nebenbei eindrucksvoll an die von Leipzig ausgehende Offenbach-Renaissance in der DDR, die mit Walter Felsensteins legendärer «Ritter Blaubart»-Inszenierung ihren Höhepunkt fand.
Die Operette spielt im Ancien Régime. Louis V. will die kleine Wäscherin Lurette als Nachfolgerin von Madame Pompadour zu seiner Favoritin machen und nötigt den Herzog von Marly, sie zuvor zu ehelichen, um ihr einen standesgemäßen Titel zu verschaffen. Doch sie durchschaut das Spiel und setzt resolut und pfiffig ihre eigenen Interessen durch. Das historische Ambiente und ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Ekkehard Pluta
Herr Workman, Sie wollten zunächst Schauspieler werden ...
So ist es. Meinen ersten Uni-Abschluss habe ich im Sprechtheater gemacht. Mit 21 bin ich sogar für ein Jahr nach New York gegangen, ohne irgendwo engagiert zu werden. Nebenher habe ich Trompete gespielt und Gesangsunterricht genommen. Damals habe ich nie an Oper gedacht, eher schon konnte ich mir eine...
Ein Virus raubt der Welt den Atem, nimmt auch der Kunst den Lebensraum. Schon am 12. März, noch bevor in Österreich rigorose Ausgangsbeschränkungen in Kraft traten, verkündeten die Osterfestspiele Salzburg und die Spitzen der Landes- und Stadtpolitik die Absage des Festivals für 2020. Erstmals seit 1967 wurden zehn Festspieltage ersatzlos gestrichen. Kein neuer...
Wenn in diesen Tagen die Premiere von Philip Glass’ «Les Enfants terribles» im Moskauer Kindermusiktheater Natalia Saz angekündigt wird, verwundert das niemanden mehr. Seit 2010, dem Beginn der Intendanz von Georgij Isaakjan, der zuvor fast 20 Jahre Künstlerischer Leiter der Oper in Perm war, hat sich das «Saz» in ein Haus verwandelt, das einen wohltuend...
