Nach der Avantgarde

Zeitenwende: Die Zeitschrift «Musik-Konzepte» öffnet den Horizont. Zu den jüngsten Bänden über Lachenmann, Martinu und Hartmann

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Als im Oktober letzten Jahres in Berlin der Musikästhetiker Heinz-Klaus Metzger starb, schien nicht wenigen eine Epoche zu Ende zu gehen – charakterisiert nicht zuletzt durch einen hoch entwickelten theoretisch-kritischen Diskurs in der Nachfolge des Hauptphilosophen der «Frankfurter Schule», Theodor W. Adorno. Metzger war der intellektuelle Protagonist der die Schönberg-Schule weiterentwickelnden Avantgarde. Zugleich aber hielt er es mit der auf radikale, philosophisch wahrhaft anarchistische Freiheit angelegten Musikauffassung von John Cage.

Aus dieser Spannung erwuchs die ungewöhnliche Originalität von Metzgers Musikdenken. Und dies in einem ganz wörtlichen Sinn: als Denken, denkerisches Erzeugen von Musik. Dieses hatte seine große Zeit.

Metzger und sein Lebensgefährte Rainer Riehn waren bei aller «anarchischen» Subversion des Kulturbetriebs von verblüffender Geradlinigkeit im Praktischen. So war ausgerechnet ihnen, Partisanen der Verweigerung, die Frankfurter Uraufführung von John Cages «Europeras» zu verdanken. Mit geradezu bestürzender Konsequenz brachten sie ab 1977 die Zeitschrift «Musik-Konzepte» heraus, 120 Bände – eine Folge von Komponisten-Monografien, höchst ...

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Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 32
von Gerhard R. Koch

Vergriffen
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