Mythen, Maskeraden, Mission

«Die Frau ohne Schatten», «Macbeth» und «Die Sache Makropulos» in Salzburg; dazu Berichte vom Eröffnungshappening der Festspiele und vom «Fünften Kontinent»

Opernwelt - Logo

Das Glück steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein wenig erschöpft, strahlend, ins Gespräch mit Freunden vertieft, schlendert Markus Hinterhäuser durch die Altstadt zur Salzach hinunter, hinüber zum Platzl auf der anderen Seite des Flusses. Nicht weit von hier, am Mozarteum, hat er studiert. Salzburg ist seine Stadt. Seit 1993 arbeitet er nun für die Festspiele, wenn man von der fünfjährigen Pause absieht, die er zwischen 2001 (als Gerard Mortier ging) und 2006 (als Jürgen Flimm kam) einlegte.

Das Avantgarde-Festival «Zeitfluss» hat er erfunden, die Reihe «Kontinente», Hommage und Werkschau für maßgebliche Komponisten unserer Zeit (Scelsi, Sciarrino, Varèse, Rihm), sowie die Konzert-«Szenen», in denen Klassiker und Romantiker (Schumann, Schubert, Liszt, Brahms, jetzt Mahler) in einen Dialog mit ihren wahlverwandten Zeitgenossen, Vorläufern und Erben traten. Die letzten vier Jahre belebte er als Konzertchef das geistige Profil der Festspiele, gab mit ungewöhnlichen, durchdachten Dramaturgien Impulse, die über den Tag hinaus wirken. Nun konnte er einen Sommer lang den Festspielen als Ganzes seinen Stempel aufdrücken, als dienstjüngster Intendant ihrer Geschichte. Er hätte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Albrecht Thiemann, Gerhard Persché, Wolfgang Schreiber

Weitere Beiträge
Im Fokus

So viel Moderne war lange nicht mehr in Salzburg. Markus Hinterhäuser, dem Musikerintendanten für einen Sommer, wurde im Vorfeld übel mitgespielt. Der Erfolg des Sommers 2011 ist sein persön­licher Triumph. Dazu gehört eine Rück­besinnung auf Nonos «Prometeo» und das postdrama­tische Musiktheater; Janáceks «Die Sache Makropulos», von Christoph Marthaler mit einer...

Nacht des Schicksals

Der Bodensee ist eine Badewanne. Aber nicht irgendeine. Sondern gleich die berühmteste Wanne der politischen Geschichte. Kein Geringerer als Jean-Paul Marat sitzt hier, jener erst als Publizist der Schlächter wütende, dann zur Milde neigende Volkstribun, den am 13. Juli 1793 die fromme und friedliebende normannische Jungfrau Marie Charlotte Corday d’Armont in...

Impressum

52. Jahrgang Nr. 9/10

Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690 
Best.-Nr. 752235 

Redaktion Opernwelt

Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt

Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.08. 2011.

Redaktion:

Stephan Mösch
Albrecht...