«Musik kann die Welt verändern»
Monsieur Dorny, Sie sind 2003 nach Lyon gekommen. Haben Sie erreicht, was Sie sich damals für dieses Opernhaus vorgenommen hatten?
Ein gutes Stück davon habe ich schon geschafft, denke ich. Lyon war in den achtziger und neunziger Jahren mit Chefdirigenten wie John Eliot Gardiner und Kent Nagano ein Haus mit großer Ausstrahlung über die Grenzen Frankreichs hinaus.
Es war eines der Häuser, die damals zur Erneuerung der Kunstform Oper beigetragen haben – zusammen mit der English National Opera unter Peter Jonas, Gerard Mortiers La Monnaie, Amsterdam unter Pierre Audi und auch Zürich mit Alexander Pereira. Aber wie immer in der Geschichte gibt es Wellen – in den Neunzigern hatte Lyon an Bedeutung verloren, weil man hier nur zurückgeblickt hat. Als ich kam, fand ich ein Riesenpotenzial mit hoch motivierten Kollektiven: Bedenken Sie, dass das Orchester ja erst in den achtziger Jahren durch Gardiner gegründet worden war – das waren also alles noch junge Musiker. Der Chor war ähnlich: nicht müde von der Vergangenheit und immer noch mit den großen Erfolgen im Bewusstsein. Ich wollte dem Haus eine Identität geben, die an diese große Vergangenheit anknüpfte: Lyon war immer ein Platz, wo es ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Interview, Seite 28
von Jörg Königsdorf
«Hoffentlich beten Sie mit mir, dass SONNTAG aus LICHT kein ‹Ruhetag› sondern ein Tanz in die Sonne wird. FURCHTLOS WEITER! Ihr Stockhausen.» Den Briefappell des Komponisten von 1995 verstand die Kölner Oper nach mehr als einem Jahrzehnt wohl als ferne Aufforderung, die letzte Etappe, den «Sonntag» aus dem gewaltigen «Licht»-Epos der sieben Wochentage, erstmals...
Auf dieses Ereignis hatte man (nicht nur) in Russland lange gewartet – eine Aufführung von Alexander Borodins «Fürst Igor» in einer Version, die auf alle späteren Retuschen und Ergänzungen verzichtet. Das Stück ist seit seiner Uraufführung 1890 in der Bearbeitung von Nikolaj Rimsky-Korsakow und Alexander Glasunow bekannt. Die von Borodin intendierte Urfassung des...
Julia Lezhneva besitzt eine Stimme, die einen beim ersten Ton elektrisiert. Besonders wenn man das melancholisch-samtige Timbre slawischer Sängerinnen mag. «Sopran» steht auf dem Cover ihrer ersten Recital-CD. Dafür klingt die Stimme erstaunlich dunkel. Es ist eher ein leichter, beweglicher Mezzo mit Höhe: eine geborene Rossini-Sängerin, zumal die Koloraturen voll,...
