Multitalent
Der Mann hat keine Scheu vor Herausforderungen, soviel ist sicher. Schon zu Beginn seiner Laufbahn als Sänger heimste Egils Siliņš etliche internationale Wettbewerbspreise ein. Seitdem der lettische Bassbariton die Festengagements in Frankfurt, Basel und Wien hinter sich gelassen hat, gibt es kaum ein wichtiges Opernhaus oder Festival zwischen Berlin und Bayreuth, Mailand, London und New York, für das er nicht gearbeitet hat.
Auch bei der Erweiterung seines Stimmfachs agierte er nicht eben zaudernd und zagend: Seine erste Bariton-Rolle wurde die des Barak in Strauss’ «Frau ohne Schatten», viele weitere folgten. «Die Zwischenfachpartien waren damals eigentlich zu hoch für mich, aber oft inter -essanter als das reine Bassrepertoire. Wotan im «Ring», die Titelpartie im «Fliegenden Holländer», Mandryka in «Arabella» – solche Herausforderungen suche ich immer wieder mal. Trotzdem muss ich mich schon intelligent einsingen, dass die Leichtigkeit in der Stimme schnell da ist.»
Vor einigen Jahren kam dann aus dem Umfeld der Lettischen Nationaloper der Vorschlag, sich für die Intendanz zu bewerben. Eine allzu große Herausforderung? Schließlich hatte der Sänger nie zuvor ein Haus geleitet. ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Knies
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