Multikulturelle Mixtur

Bremen/Schauspielhaus, Vollmer: Gegen die Wand

Opernwelt - Logo

Das Sujet, durch Fatih Akin filmerprobt, führt mitten hinein ins aktuelle Migrantenleben: Sibel, eine ebenso lebenshungrige wie vergnügungssüchtige junge Deutschtürkin, geht, um dem traditionsbewusst ausgerichteten Elternhaus zu entkommen, eine Scheinehe mit ihrem Landsmann Cahit ein. Ohne dass sie es sich zunächst eingesteht, wird aus dem vorgeschobenen Bund eine echte Liebe, aber als Cahit dann im Gefängnis eine Strafe wegen Totschlags absitzen muss, bringt Sibel es nicht über sich, auf ihn zu warten.

Sie hat, als er entlassen wird und nach ihr sucht, nach einem von Drogenexzessen bestimmten Leben schließlich geheiratet und ein Kind geboren. Ob sie trotzdem zu ihm zurückkehren wird, bleibt offen.
Dazu hat Ludger Vollmer (Jahrgang 1961), der vor viereinhalb Jahren bereits mit seinem Opernerstling «Paul und Paula» (OW 6/2004) eifrig dem Cross-Over-Trend huldigte, nun erneut eine Mixtur geschaffen aus E- und U-Musik, die sowohl europäisch-traditionellen Wurzeln verpflichtet ist wie auch den türkisch-orientalischen Klangraum einbezieht. Eine durchaus wirksame Mischung, die von der Idee her die Zeichen der Zeit spiegelt: Deutsche, deutschtürkische und türkische Künstler haben das Werk ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gefühlsproben

Ganz entspannt sitzen die Orchestermusiker auf der Bühne des Heidelberger Theaters, man wartet noch auf die Solisten. Offenbar soll eine sogenannte Sitzprobe stattfinden, in der die Sänger zum ersten Mal ihre Partien mit dem großen Orchester ausprobieren. Zur Sicherheit liegen die Klavierauszüge bereit, alle warten auf die Sopranistin. Schließlich wird es den...

Editorial

Der wichtigste Job in amerikanischen Kulturinstitutionen ist der des Fundraisers. Zumal in turbulenten Zeiten. Ohne (oft hoch dotierte) Spendensammler, die Unternehmen und Privatpersonen Geld aus der Tasche ziehen, könnten Museen, Bibliotheken, Orchester und Opernhäuser in den USA einpacken. Das ist natürlich keine neue Erkenntnis: Zwischen New York und San...

Versprechen, eingelöst

Cecilia Bartolis «Maria»-Album war, neben vielem anderen, ein Versprechen – ein Ausblick auf eine anstehende Neuerkundung des romantischen Belcanto-Repertoires, gestützt auf sorgfältig revidierte Notentexte, gespielt von einem Orchester mit historischen Instrumenten in einer gegenüber dem heutigen Standard deutlich tieferen Stimmung. Die Gesamtaufnahme von Bellinis...