Münchner Mischung
Kurz vor Toresschluss wurde es eng. So eng, dass eine «Ariadne» noch schnell umgekrempelt werden musste: Gleich mehrere Sänger, die für diese Repertoire-Serie vorgesehen waren, wurden abgezogen und durch Neueinkäufe ersetzt. Mehr als gedacht hatten sie mit parallel laufenden Premierenproben zu tun. Dann also lieber auf Nummer sicher gehen. Andere Intendanten mögen da neidisch auf ihr schmelzendes Budget blicken, ein Haus wie das Münchner kann sich solche Umbuchungen leisten.
Erst recht, wenn eine Ausnahmeproduktion wie «Die Soldaten» ansteht, die Kräfte bindet, den Alltag schier sprengt, den Repertoirebetrieb fast lahmlegt. Und dazu im Graben ein Maestro wie Kirill Petrenko regiert, der noch in der Endphase, wenn es eigentlich ums große Ganze gehen sollte, die Rührtrommel im Off und die Celli am letzten Pult korrigiert.
Nicht nur die kleine Panik ein paar Tage vor der Premiere hat sich ausgezahlt. Bernd Alois Zimmermanns «Die Soldaten», die «Aufführung des Jahres» am «Opernhaus des Jahres» mit dem «Dirigenten des Jahres», ist vieles. Triumph der musikalischen Fraktion. Souveräne Leistungsschau eines Supertankers. Bestätigung einer künstlerischen Entwicklung. Und auch Versöhnung mit ...
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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Aufführung des Jahres, Seite 27
von Markust Thiel
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