Mozarts Librettisten
Unterschiedlicher können Lebensschicksale nicht sein, als die von Lorenzo Da Ponte und Emanuel Schikaneder – dem 1749 im Juden-Ghetto des venezianischen Ceneda unter dem Namen Emanuele Conegliano geborenen Da Ponte und dem 1751 als Domestikensohn im bayerischen Straubing zur Welt gekommenen Schikaneder. Dass sie heute nicht vergessen sind, verdanken sie einzig ihrem Zusammentreffen mit Mozart, der seine Textdichter, wie der Bernstein die Fliege, mit in die Ewigkeit nahm.
Wenn jetzt zwei neue Biografien erscheinen, versichern sie sich zwar im Untertitel des Namens Mozart, engen aber ihre Perspektive keinesfalls auf die Begegnung mit dem Komponisten ein. Im Gegenteil, beide entwerfen ein Porträt ihres jeweiligen Helden vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund der Zeit.
Der in Amsterdam lebende südafrikanische Journalist Rodney Bolt hat sich dabei mit Lorenzo Da Ponte die zugleich leichtere und schwierigere Aufgabe gewählt. Leichter, weil ihm Da Pontes übrigens noch nie vollständig ins Deutsche übersetzte Erinnerungen Stoff in Hülle und Fülle bieten. Schwieriger, weil er die Sicht des alten Da Ponte, der vieles verschleiert und verschweigt (etwa seine jüdische Herkunft), ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Bücher, Seite 46
von Uwe Schweikert
Die Stadt hat nur 28 000 Einwohner, und ihr akustisch mittelmäßiges Theater ist sehr klein. Trotzdem hat sich das vornehmlich für seine Weine aus der umliegenden Côte d’Or, im 19. Jahrhundert auch für seinen Senf berühmte Beaune zu einem Opernzentrum entwickelt. Und das seit dreißig Jahren. Weltberühmte Sänger, Dirigenten und Orchester treten in dem pittoresken Ort...
Frau Saariaho, brauchen Sie die Oper, um ein größeres Publikum zu erreichen?
Ja, so ist es. Denn die Oper bringt ja nicht nur ein größeres Publikum, sondern auch ein gemischteres. Und sie bringt die großen Dirigenten. Wenn es gute Aufführungen sind, ist die Oper für viele Menschen ein gut zugängliches Medium. Von «L’Amour de loin» gab es immerhin acht Produktionen....
Muss man eine Oper, die unter armen, frierenden Künstlern in einer intimen Großstadt-Mansarde spielt, bei 28 Grad Außentemperatur in einem Amphitheater vor einer monumentalen antiken Mauer und einer Kulisse von 8000 Menschen aufführen?
Man muss wohl, wenn man sein Programm nicht nach Aspekten künstlerischer Sinnhaftigkeit zusammenstellt, sondern nach der Liste der...
