Mozarts Librettisten

Vor dem sozialen und politischen Hintergrund ihrer Zeit: Lorenzo Da Ponte und Emanuel Schikaneder in neuen Biografien

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Unterschiedlicher können Lebensschicksale nicht sein, als die von Lorenzo Da Ponte und Emanuel Schikaneder – dem 1749 im Juden-Ghetto des venezianischen Ceneda unter dem Namen Emanuele Conegliano geborenen Da Ponte und dem 1751 als Domestikensohn im bayerischen Straubing zur Welt gekommenen Schikaneder. Dass sie heute nicht vergessen sind, verdanken sie einzig ihrem Zusammentreffen mit Mozart, der seine Textdichter, wie der Bernstein die Fliege, mit in die Ewigkeit nahm.

Wenn jetzt zwei neue Biografien erscheinen, versichern sie sich zwar im Untertitel des Namens Mozart, engen aber ihre Perspektive keinesfalls auf die Begegnung mit dem Komponisten ein. Im Gegenteil, beide entwerfen ein Porträt ihres jeweiligen Helden vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund der Zeit.

Der in Amsterdam lebende südafrikanische Journalist Rodney Bolt hat sich dabei mit Lorenzo Da Ponte die zugleich leichtere und schwierigere Aufgabe gewählt. Leichter, weil ihm Da Pontes übrigens noch nie vollständig ins Deutsche übersetzte Erinnerungen Stoff in Hülle und Fülle bieten. Schwieriger, weil er die Sicht des alten Da Ponte, der vieles verschleiert und verschweigt (etwa seine jüdische Herkunft), ...

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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Bücher, Seite 46
von Uwe Schweikert

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