Märchenhaft
In den meisten Bühnenwerken Massenets geht es um Sinnlichkeit, Erotik, Begierde und außerehelichen Sex in allen nur erdenklichen Spielformen – und ausgerechnet zum Centenaire sind zwei DVD-Mitschnitte seiner «keuschesten» Opern herausgekommen: «Cendrillon» und «Don Quichotte» (siehe OW 06/2012), die sehr liebliche Aschenputtel-Version von 1899 und das traurige Ende des Ritters von ebensolcher Gestalt, uraufgeführt 1910. Womit nichts gegen die Aufnahmen selbst gesagt werden soll, sie sind in beiden Fällen von exzellenter Qualität.
Laurent Pellys «Cendrillon» ist eine dieser internationalen Wanderproduktionen, 2006 in Santa Fe herausgekommen, dann nach Barcelona, Lille und Brüssel weitergereicht, schließlich im Juli vergangenen Jahres in London aufgenommen und für den heimischen Musiktheaterabend aufbereitet. Viel Bonusmaterial wird da mitgeliefert – und es empfiehlt sich sogar, die Interviews mit Regisseur, Dirigent und Protagonistinnen zuerst anzuschauen. Weil da Kluges und Erhellendes zu erfahren ist. Und weil alle Beteiligten der effektsicheren Bühnenkunst des viel geschmähten Massenet mit ehrlicher Sympathie zugetan sind.
Beim Stichwort «Cendrillon» dachte Regisseur Pelly sofort ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Seite 43
von Frederik Hanssen
ARTE
2.9. – 15.50 Uhr/3.9. – 10.55 Uhr
Open Opera – Die Premiere.
Film von Herbert Bayer über «Carmen» bei den Seefestspielen Berlin.
2.9. – 17.20 Uhr
Lucerne Festival 2012 – Eröffnungskonzert.
Lucerne Festival Orchestra, Schwedischer Rundfunkchor, Chor des Bayerischen Rundfunks, Claudio Abbado. Solisten: Juliane Banse, Anna Prohaska, Sara Mingardo, Maximilian Schmitt...
Seit 2003 wird das Wasserschloss Hallwyl im Kanton Aargau alle drei Jahre zur Kulisse einer Operninszenierung. Diesmal stehen für den «Barbiere di Siviglia» Bücher auf der Bühne, zwei, drei, vier Meter hoch: Brontës «Jane Eyre» und «The Professor», Austens «Sense and Sensibility», dazu als abgründiger Einschub die «Medea» des Euripides (Reclam-Ausgabe). Außerdem...
Das Jurastudium, die Annäherung an die Architektur, die Banklehre und auch der Delikatessenhandel – all das war nichts für den jungen Herrn aus großem Hause. Einhunderttausend Budapester Juden zu retten – diesen Ruhm erwarb sich der schwedische Amateurdiplomat Raoul Wallenberg dagegen mit vollem Recht, auch wenn sein NS-Gegenspieler Eichmann es allein in Ungarn...
