Monteverdi gefällig? Oder Michel Legrand?
Neue Recitals, Musik von der Hochrenaissance bis zur Gegenwart, ein Hörbilderbuch europäischer Musikgeschichte. Wobei die interessantesten Aufnahmen aus dem ersten Drittel dieser Zeitspanne kommen. Äußerst erfreulich sind ja die Versuche, diese Epoche auf Schallplatte immer vollständiger aufzuarbeiten, hat sie doch in der spannungsreichen Entwicklung abendländischer Kultur vom theozentrischen zum anthropozentrischen Weltbild Schlüsselcharakter.
Beginnen wir also am Anfang – in diesem Falle: mit dem ersten Auftreten der Oper im Übergang von der Renaissance zum Barock.
An den fürstlichen Höfen der Hochrenaissance hatten sich humanistische Akademien gebildet, die einen neuen, freien Geist verkündeten. Unter ihnen ragte jene der Medici, die Florentiner Camerata, mit ihrer Bemühung um die Erneuerung des Geists der Antike heraus. Hier entstand auch die Oper als vermeintliche Wiederbelebung der antiken Tragödie. In diesem Zusammenhang spielte die Orpheus-Legende eine wichtige Rolle. Zwar galt die offiziell erste Oper von Jacopo Peri und Giulio Caccini (1594) der Nymphe Dafne, doch schon die zweite der beiden, «L’Euridice» sechs Jahre später befasste sich mit dem Mythos des antiken ...
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Von der sehnsüchtigen Liebe im fernen Mittelalter, von der Kaija Saariahos erste Oper «L‘Amour de loin» handelt, springt die finnische, in Paris lebende Komponistin mutig in unsere kriegerische Gegenwart, wieder vom Librettisten Amin Maalouf begleitet. Die Liebe spricht hier mit anderen Worten: Im Krieg, hier irgendwo in den balkanischen oder nahöstlichen...
Ohne finstere Gesellen wäre der Opernalltag wohl eine ziemlich fade Angelegenheit. Oft wird es, zumal sängerisch, erst richtig interessant, wenn jemand Rache schwört, den Dolch zückt oder über Leichen geht. Je schlechter die Übeltäter desto besser die Musik, lautet die Faustregel. Doch was kann die Tonkunst ausrichten, wenn es auf der Bühne um monströse Gestalten...
Ein starkes Stück. Auch wenn man es mit traditionellen Mitteln auf die Bühne bringt. Wie jetzt in Lübeck, wo Regisseur Marc Adam dem Werk keinerlei Gewalt antat, sondern – konzentriert auf die Darsteller und ihre Körpersprache – Bergs «Wozzeck» als Tragödie der Beziehungslosigkeit unter den Menschen entwickelte. Der fast requisitenfreie, leere Raum als Ort, wo die...
