Mitten in Europa

Künstlerische Neugier, höchster ästhetischer Anspruch und eine couragierte Programmpolitik haben dafür gesorgt, dass die Opéra national du Rhin während der Intendanzen von Marc Clémeur und Eva Kleinitz in den Fokus des internationalen Interesses gerückt ist. Verdienter Lohn: die Wahl zum «Opernhaus des Jahres»

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Dass die Opéra national du Rhin zum «Opernhaus des Jahres» gewählt wurde, wäre für die Generalintendantin der drei Häuser in Strasbourg, Colmar und Mulhouse eine große Freude gewesen. Aber Eva Kleinitz hätte sich keine Sekunde auf den Lorbeeren ausgeruht. Vielmehr die Auszeichnung zum Anlass genommen, ihre künstlerische Mission mit der ihr eigenen Fantasie, Sachlichkeit und Bescheidenheit voranzutreiben. Eine Mission, die stets im vitalen Austausch mit den Künstlern, an die sie glaubte, Form gewann. Am 30.

Mai dieses Jahres hat Eva Kleinitz den Kampf gegen den Krebs, der sie schon vor ihrer ersten Intendanz befallen hatte, verloren. Eine Würdigung

Die lang gezogene Place Broglie in Strasbourg, unweit des berühmten Münsters gelegen, war schon vor den Zeiten des weltberühmten Weihnachtsmarktes ein Ort der großen Spektakel. Ein schwedischer General veranstaltete dort im Dreißigjährigen Krieg zur Volksbelustigung sogenannte «Ringelstechen», Reiterwettbewerbe, bei denen im vollen Galopp ein kleiner Ring aufgespießt werden musste; die Kronprinzessin und spätere, tragisch auf dem Schafott endende letzte Königin des Ancien Régime, Marie Antoinette, wurde hier 1770 mit Prunk begrüßt und ...

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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 6
von Alexander Dick

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