Mit Gottes Hilfe
Die christliche Historiografie ist voll von Märtyrergeschichten, von Geschichten, in denen Menschen im Glauben daran, Gott oder göttliche Gnade möge ihnen Erlösung gewähren, den Tod wählen. Eine von ihnen ist, laut einer Heiligenlegende, die Patrizierin Theodora, die Ende des 3. Jahrhunderts in Antiochia, dem heutigen (in der Türkei gelegenen) Antakya, unter heidnischer Herrschaft lebte und für ihre Überzeugungen und mehr noch für ihre Liebe zu Didymus, einem christlichen Römer, den Gang in den Himmel einer unfreien irdischen Existenz vorzog.
Nachzulesen ist ihr (trauriges?) Schicksal in der Erbauungsschrift «The Martyrdom of Theodora and of Didymus» von Robert Boyle, die der schriftstellernde Reverend Thomas Morell für Georg Friedrich Händel 1750 zu ein Libretto umformte. Händels Oratorium «Theodora» – neben «Messiah» das einzige englischer Prägung, dem ein christliches Sujet zugrunde liegt – wurde am 16. März desselben Jahres im Covent Garden Theatre aus der Taufe gehoben.
Die Geschichte in Kürze: Weil sie dem von den römischen Herrschern verordneten Opferfest nicht beiwohnen will, wird Theodora, darin eine entfernte Verwandte Iphigenies, zum Götzendienst im Tempel der Venus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 25
von Jan Verheyen
Als die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg darangingen, eine demokratische Verfassung zu erstellen, galt ihr Augenmerk vor allem drei Entitäten: einmal der Würde des Menschen (und den damit verbundenen Menschenrechten), der Gleichberechtigung und schließlich der Freiheit in all ihren Facetten. Auch für den Bereich der Kunst...
Ungeliebte Schwestern sind sie beide, sind es im Grunde seit dem Tag, an dem sie das Licht der Welt erblickten. Während den Puschkin’schen Schöpfungen «Eugen Onegin» und «Pique Dame» sowie, wenngleich seltener, auch «Jolanthe» bis heute kontinuierlich ein Logenplatz zugewiesen wird, saßen sowohl die «Jungfrau von Orléans» (Jahrgang 1881) als auch die wesentlich...
Damit sie einst besser wissen würden, aus welchen Vergangenheiten sie stammten», hat Frank Schneider diese Erinnerungen für Kinder und Enkel aufgeschrieben – und im Erzählen über 500 Seiten eine Intonation durchgehalten, von der sich eine gewisse Wahrheitsgarantie nicht trennen lässt. Das sei vorweg gesagt, weil jede Autobiografie ein verfängliches Genre, ein in...
