Meine Heimat
Orpheus, der Ursänger, erhob seine Stimme, um Tiere und Götter zu besänftigen. Und Magdalena Kožená? Fast flehentlich richtet sich ihr Blick zum Himmel über Prag. Sie selbst, so zumindest suggeriert es das Cover ihres neuen Albums, scheint über den Häusern der tschechischen Hauptstadt zu schweben, in der sich einst das Hauptquartier des Lärms befand, um die Schönheiten der landeseigenen Musik zu präsentieren.
«Czech Songs», heißt die Aufnahme mit kaum je gehörten Stücken von Bohuslav Martinů, Antonín Dvořák, Hans Krása und Gideon Klein, für die sich Magdalena Kožená ihren Ehegatten Simon Rattle ans Pult der Tschechischen Philharmonie gewünscht hat. Eine formidable Entscheidung: Solistin, Dirigent und Orchester bilden eine verschworene Einheit; was aber leuchtend über allem liegt, ist die Stimme dieser Sängerin. Und man weiß gar nicht, wo anfangen mit der Huldigung. Vielleicht am ehesten doch bei Martinů. Sein Zyklus «Nipponari» steht am Beginn. Und sogleich tut sich ein tiefer, dunkler Abgrund auf, über dem nun aber Kožená ihren lyrisch grundierten Mezzosopran ausbreitet wie eine warme Decke, mit einer Anmut und Natürlichkeit, was Timbre, Farbgebung, Phrasierung und Linienführung ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Jürgen Otten
arte
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