Manchmal leuchten die Sterne eben doch

Das Festival «Parier sur la beauté» in Lyon sucht mit Brittens «Billy Budd», einer modernen «Traviata»-Adaption und Puccinis «Manon Lescaut» nach der Ambivalenz von Schönheit

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Das Geständnis ist kurz. Kaum zwei Minuten dauert die schwärmerische B-Dur-Arie «Donna non vidi mai simile a questa!», in der Des Grieux mit lakonischen Worten erklärt, dass er noch nie eine solche Frau gesehen habe – und dass er sich ohne Umschweife heillos in sie verliebt habe: «Io t’amo.» Ihre Stimme ist es zuallererst, die ihn im Innersten berührt, dabei hatte sie ihm doch nur ganz schlicht ihren Namen genannt: «Manon Lescaut mi chiamo.

» Von ihrer Anmut, ihrem unschuldig sanften Duft der Verführung, ja, ihrer Schönheit, singt er nun, ohne selbst noch die Begriffe dafür zu finden, aber mit der staunenden Wiederholung der dann immer wieder leit -motivisch auftauchenden Namensnennung. Manon verzaubert Des Grieux. Und mehr ahnungsvoll als vom tödlichen Risiko dieser Leidenschaft wissend, schwingt er sich con slancio auf ein ekstatisches hohes B auf, nachdem er zuvor dolcissimo é pianissimo darum gefleht hatte, das sussurro gentil der Geliebten, ihr sanftes Säuseln, möge niemals aufhören.

In magischen Momenten wie diesen, die nur die Oper kennt, verdichtet sich beim Frühlingsfestival der Opéra National de Lyon, was als Motto alle drei Produktionen überwölbt: «Parier sur la beauté.» ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Peter Krause

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