Manche Kompromisse schmerzen
Frau Vondung, ich musste Sie zu diesem Gespräch regelrecht überreden. Offenbar mögen Sie keine Interviews ...
Ja!!! (lacht)
Das kam aus tiefster Seele. Warum meiden Sie das öffentliche Wort?
Ich bin einfach medienscheu. Das ist nicht mein Ding. Wenn ich Interviews lese, habe ich oft den Eindruck, dass die Fragen schon die erwünschte Antwort enthalten.
Mir kommt das wie ein Spiel mit verteilten Rollen vor, in dem es mehr um Eitelkeiten oder um die Bestätigung vorgefertigter Meinungen oder um die Befriedigung von Publikumserwartungen geht als um die Sache. Wenn man sich auf dieses Spiel einlässt, muss man auf der Hut sein, sich winden, taktieren. Um dem zu entgehen, ducke ich mich lieber weg. Ehrliche Antworten will ja sowieso keiner hören ... (lacht)
Wann haben Sie Ihr letztes Interview gegeben?
Das ist schon eine Weile her. Ich nehme solche Termine nur auf mich, wenn es gar nicht anders geht. Vor der neuen «Carmen» an der Semperoper zum Beispiel war das so. Irgendwann führte kein Weg mehr an einem Treffen mit der Lokalzeitung vorbei. Also habe ich geschluckt, tief durchgeatmet und mich dem Schicksal gefügt.
Mit dieser Haltung stehen Sie nicht allein. Kirill Petrenko etwa, Musikchef der ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: Interview, Seite 34
von Albrecht Thiemann
Für den Broadway hat er noch nicht geschrieben. Und es deutet derzeit nichts darauf hin, dass Peter Eötvös mit dem Gedanken spielt, mal einem Frederick Loewe, Richard Rogers, Irving Berlin oder sagen wir: einem Kurt Weill respektive Leonard Bernstein nachzueifern. Aber das musikästhetische Denken des ungarischen Komponisten kennt keine Tabus, weder bei den Genres...
Zwischen den Laken tummeln sich die Marschallin und ihr junger Geliebter Octavian. Unterm Nachthimmel, im Liebesglück. Dann bricht die Außenwelt in ihre Zweisamkeit ein, fliegen Wände und Decke eines prachtvollen Salons heran. Die Vision der freien Liebe ist vorbei, die beiden erwachen im goldenen Käfig.
Mathis Neidhardts Bühnenbild ist das zentrale Element in...
Robert Schumann meinte zum Finale von Chopins b-Moll-Sonate ratlos-lakonisch: «Musik ist das nicht.» Was aber ist es dann? Abgründig nennt sie Victor Hugo «das Geräusch, das denkt»: der Klang als autonomes Subjekt. Beethovens Credo «Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie» hat den metaphysischen Anspruch noch einmal übersteigert: Komponieren...
