Made in Australia
Australien ist kulturell heute weitgehend durch Europa geprägt – auf Kosten der Ureinwohner, die seit 60 000 Jahren auf dem Kontinent leben. Im Musiktheater wird diese Kolonisierung freilich selten thematisiert. Margaret Sutherlands Kammeroper «The Young Kabbarli» (1964) über die Sozialarbeiterin und Anthropologin Daisy Bates oder Andrew Schultz’ «Black River» (1988) über eine indigene Frau, deren Sohn in Haft zu Tode kommt, bilden rühmliche Ausnahmen.
Wenn sich australische Zeitgeschichte auf der Opernbühne fand, handelte es sich fast immer um andere Sujets: Nigel Butterley etwa erinnert in «Lawrence Hargrave flying alone» (1988) an einen Luftfahrtpionier, Gordon Kerry verarbeitet in «Midnight Son» (2012) einen spektakulären Mordfall in Melbourne – Musiktheater, das stilistisch nichts verbindet.
Überraschend viele Bühnenwerke sind durch Motive der europäischen Geschichte und Mythologie inspiriert, etwa Larry Sitskys «The Golem» (1993) und Richard Mills’ «The Love of the nightingale» (2006). Erstaunlich auch, dass das Hinterland Australiens zwar in der Literatur und im Selbstbild dieser längst urbanisierten Nation eine bedeutende Rolle spielt, im Opernrepertoire aber bisher kaum ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Magazin, Seite 67
von John Carmody
Mit Wagner könne man ihn jagen, verkündete noch vor Jahren der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf. Als ihm aber, etliche Verdi- und Operetten-Inszenierungen später, vom Rheinoper-Intendanten Christoph Meyer der «Ring» angeboten wurde, hatte die Jagd ein Ende. Hilsdorf grub sich tief in die Wagner-Materie ein. Nach der Premiere der «Götterdämmerung» am Düsseldorfer...
JUBILARE
Yvonne Minton wurde in Sydney geboren. Sie studierte Gesang bei Marjorie Walker und am New South Wales Conservatorium of Music. Durch den Gewinn zahlreicher Wettbewerbe machte sie frühzeitig auf sich aufmerksam. Als sie Australien 1961 verließ, um ihr Studium bei Henry Cummings und Joan Cross in London fortzusetzen, gehörte Minton bereits zu den...
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