Liebe auf den ersten Ton
In seinem Buch mit dem vielsagenden Titel «Demented: The world of the Opera Diva» (London, 1984) schreibt der amerikanische Theaterhistoriker Ethan Mordden: «Die bösartigste aller Fehden zwischen zwei Diven ist eine, zu der es nie gekommen ist: die zwischen Maria Callas und Renata Tebaldi.» So muss das Vorurteil, das der «voce d’angelo» der Tebaldi die psychologisierenden Ausdruckskunst der Gesangstragödin Callas gegenübergestellt, in einem Testimonial zum 100. Geburtstag am 1. Februar 2022 seinen Dauerparkplatz räumen.
Jener Beiname ist ein zur Reklameformel verkürzter Satz von Arturo Toscanini. Nach Jahren in den USA hatte er für das Konzert zur Wiedereröffnung des Teatro alla Scala am 11. Mai 1946 neben alten Weggefährten auch die 24-jährige Renata Tebaldi eingeladen. Sie sollte die Preghiera aus Rossinis «Mosè» und das Sopransolo aus Verdis «Quattro pezzi sacri» singen. Bei der Probe sagte Toscanini, das «Te Deum» solle so klingen, als schwebe eine Engelsstimme vom Himmel hernieder; um dieser Wirkung willen ließ er sie ein Gerüst erklimmen. Dafür, dass sie diesen Ehrentitel rechtfertigte, sprechen einige frühe Aufnahmen: die des dritten Verses der Preghiera aus «Mosè» wie die ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Hommage, Seite 34
von Jürgen Kesting
alpha
13.02. – 21:45 Uhr
Gluck: Alceste
Bayerische Staatsoper, 2019
ML: Manacorda, I: Cherkaoui, S: Röschmann, Castronovo, Nagy
arte
31.01. – 00:00 Uhr
Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker
Salzburger Festspiele, 2021
Das Konzert präsentiert ein (spät-)romantisches Programm: Bruckners Symphonie Nr. 7; die Mezzosopranistin Elīna Garanča...
Von Orpheus wissen wir das. Singen besänftigt. Es zähmt wilde Tiere. Und ist nicht selten Balsam auf verwundeten Seelen. Manchmal ist es aber auch «nur» die pure Leidenschaft, die blüht wie ein riesiger Kirschblütenbaum. Bei der Mutter von George Alexander Albrecht war das der Fall. Singen war für sie die große Liebe, eine Art Lebenselixier. Mit dem Gesang ließ...
Seien wir ehrlich: Das Stück war uns unbekannt. Und auch sein Schöpfer, der portugiesische Barockmeister Francisco António de Almeida, 1702 geboren und vermutlich beim Erdbeben von Lissabon anno 1755 zu Tode gekommen, kaum vertraut. Aber was ist das für eine Musik! Göttlich ist sie, würde- und seelenvoll, erhaben – und von einer Schönheit, die überirdisch zu nennen...
