Lichtspiele
Die Akustik. Was ist nicht alles über sie geschrieben, debattiert und disputiert worden. Fast könnte man meinen, die Halle sei wichtiger als das, was in ihr geschieht. Sagen wir es so: Die Akustik eines Raumes, auch die direkte der Elbphilharmonie, ist nur so gut wie das Orchester, das in und mit ihr spielt. Und: wie die Person, die dieses Spiel steuert. Eigentlich sollte Kent Nagano Mahlers Achte dirigieren, umrahmt von einer eigens für diese Aufführung entworfenen «Lichtskulptur» rosalies. Dann wurde er krank.
Eliahu Inbal, der vor Jahrzehnten einmal eine Gesamtaufnahme der Mahler-Symphonien realisierte, sprang ein. Inbal lieferte einen über weite Strecken krachledernen, grobschlächtigen, massiven Mahler. Mit gravierenden Folgen für die Gesangssolisten. Sie standen hinter dem Philharmonischen Staatsorchester, sahen sich gehalten, über den Klangkörper hinweg gleichsam ans andere Ufer zu gelangen. Mitunter waren sie kaum zu hören. Wer den Text nicht ohnehin kannte, verstand kein Wort. Immerhin drei Sängern gelang die gewagte Überbrückung: Sarah Wegener als Magna peccatrix mit stahlhartem, Jacquelyn Wagner als Una poenitentium mit metallisch schimmerndem Sopran, Kartal Karagedik als ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Jürgen Otten
Zum Schluss lässt Werner Seitzer es noch einmal richtig krachen. Das steht ihm zu, wenn er nach 33 Jahren am Hildesheimer Theater jetzt in den Ruhestand geht. Aber weil Seitzer ein Kapellmeister der guten alten Schule ist, heißt das natürlich nicht, dass er eine Show abzieht. Dafür ist am Theater für Niedersachsen (TfN) eine eigene Musical-Company zuständig. Aber...
Es sieht fast so aus, als falle die lateinamerikanische Operngeschichte in das Fachgebiet der Architektur. Denn wirklich berühmt sind allein zwei Häuser: das Teatro Amazonas in Manaus und das Teatro Colón in Buenos Aires. Und sie sind nicht für die dort gespielte Musik berühmt. Im brasilianischen Manaus erklang fast 100 Jahre lang überhaupt keine Oper; in Buenos...
Am Schluss kreist das Planetarium geräuschlos um die eigene Achse, während sämtliche Figuren des Stücks an die Rampe treten und per Videotechnik auf die Bühnenrückwand projiziert werden. Es ist die leisere, aber durchaus transzendenzaffine Variante eines Bildes, mit dem Paul Hindemith zum Ende seiner Oper «Die Harmonie der Welt» nicht weniger als die gesamte...
