Leere Gesten

Trojahn: Was ihr wollt
Hannover | Staatsoper

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Der Mond leuchtet über Illyrien. Zwar nur mattglänzend, aber doch hell genug, um eine Prise surrealer Schönheit auf die Szene zu streuen. Was auch dringend geboten erscheint: Ehedem ein Eiland der Glückseligen, Zauberer und Fantasten, ist der magische Ort arg heruntergekommen: keine Palmen, keine rauschenden Wellen, keine sanften Dünen, nichts davon. Dafür ein Warenlager, zusammengesetzt aus unzähligen Pappkartons, die sich bis zum Schnürboden hinauftürmen und, für sich genommen, ein aberwitziges Gebilde ergeben.

Doch passt es auch zum Stück, dieses von Hermann Feuchter ersonnene architektonische Meisterwerk? Man würde es gerne so sehen (und auch nachvollziehen), aber je länger dieser Abend an der Staatsoper Hannover andauert, umso tiefer zerfurcht sich des geneigten Betrachters Stirn. Nein, beim besten Willen lässt sich in diesem Ambiente (und mit den spärlich vorhandenen Einfällen) keine Shakespeare-Komödie erzählen, zumal wenn sie «Twelfth Night» heißt (zu Deutsch: «Was ihr wollt») und als Paradebeispiel gelten darf für ein völlig verrücktes Leben im synaptischen Spalt zwischen Sein und Schein.

Was auch immer Balász Kovalik bewogen hat, seine wirre Inszenierung von Manfred ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Jürgen Otten

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