Leckerbissen

Strauss: Die Frau ohne Schatten am Staatstheater Nürnberg

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Erklären, erhellen, das ist in dieser Causa oft vergebliche Regiemüh’! Weil sich die Märchen-Mythen-Psycho-Melange von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal gegen Stringenz und Linearität sperrt – was an sich nichts Negatives sein muss. Und leicht ließe sich ja lächeln über die «Frau ohne Schatten», die zwischen explodierter «Zauberflöte» und monumentaler Herdprämienfeier changiert. Was die Aufführungsgeschichte zeigt: Die Ausstattung als Märchen funktioniert besser als eine Analyse à la Dr. Freud.

Ebenfalls geeignet: eine komplette Übermalung, wie sie Christof Loy 2011 in Salzburg riskierte, der seinerzeit einfach die Geschichte einer Schallplattenaufnahme erzählte.

Insofern ist die Prämisse von Jens-Daniel Herzog am Nürnberger Staatstheater nicht ohne Reiz: Wir nehmen das Stück so, wie es ist. Wir gehen mit der Machete durch die Handlung, statt die Sache unnötig zu verkomplizieren. Eindampfen, reduzieren auf die Geschichte zweier Paare, dazu szenische Diät. Eine selbstverordnete Karg- und Einfachheit, für die Bühnenbildner Johannes Schütz einen Zimmerrahmen und eine Leinwand an eine Metallstrebe hängt – ein Mobile, das reibungslose Verwandlungen erlaubt, aber – und das ist ...

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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Markus Thiel

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