«Lebendiger Barock»
Sie war schon immer ein bisschen anders als die anderen. Hat sich um Erwartungen und Etikette nie geschert, wenn sie mit ihrer Alte-Musik-Kapelle im Halbkreis rockte. Und dabei Barockharfe, Psalter, Zink und Theorbe auf Forschungsreise schickte, um alles Mögliche zu suchen, um Neuland zu entdecken, nicht zuletzt für ihre CDs. Bei Monteverdi hat sie ein «Teatro d’amore» gefunden, auf der «Via Crucis» statt nobler Heiligenlegenden handfeste Sehnsuchts- und Klagetöne, aus Korsika oder aus Italien.
Und weil die Mischung aus Philologie und Performance stimmte, ist Christina Pluhar heute die erfolgreichste Bandleaderin der Originalklangbewegung. Offenbar auch eine weitherzige mater familias, in deren Künstler-Clan sich nicht nur die Mitglieder ihres Ensembles L’Arpeggiata, sondern auch viele Gäste aufgehoben fühlen, Nuria Rial etwa oder Philippe Jaroussky.
So war der Star-Counter sofort zur Stelle, als Pluhar ihn zu einem neuen CD-Projekt einlud – einer musikalischen Exkursion nach Südamerika. Denn die Tanzmusik Venezuelas und Paraguays, die Tangos Argentiniens und die Boleros Mexikos sind für Pluhar vor allem «lebendiger Barock». Überall hört sie da Bauformen des 16. und 17. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 24
von Albrecht Thiemann
«Andrea Chénier», Umberto Giordanos Revolutionsreißer im Verismo-Stil, enthält dramaturgisch keine Elemente, die ihn für eine Aufführung auf einer Seebühne prädestinieren. Desto bemerkenswerter ist das Gelingen der letztjährigen Bregenzer Produktion von Keith Warner (Regie) und David Fielding (Bühne), die ein Massenspektakel von hohem Schauwert und zugleich einigem...
Herr Helmich, die Stadt Bonn lässt in letzter Zeit keine Gelegenheit aus, um ihr Theater zu beschädigen. Das Haus musste in zehn Jahren vierzehn Millionen Euro einsparen, nun soll der Etat um weitere 3,5 Millionen Euro schrumpfen. Was treibt Sie auf die Kommandobrücke eines sinkenden Schiffs?
Das Bonner Theater wird nicht untergehen. Gewiss: Es gab empfindliche...
Eine Heldin der sozialen Verantwortung. Elisabeth von Valois ist Don Carlo versprochen. Dennoch zögert sie kaum, dem überraschenden Werben seines königlichen Vaters Philipp II. nachzugeben. Sie hat das hungernde französische Volk gesehen und tut alles, ihm endlich den Frieden zu bescheren. Als der spanische Gesandte sie fortgeleitet, kann sie die Augen nicht von...
