Lächle, Dämon!
Was Hollywood mit Kasan gemeinsam hat? Auf den ersten Blick wenig. Dennoch lassen sich Kongruenzen herstellen, beispielsweise über «Otschi tschornyje» («Schwarze Augen»), jenes sehnsüchtige Lied auf einen Text von Jewhen Hrebinka und mit der Musik Florian Hermanns, das in den 1930er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika äußerst populär wurde. Unter diesem Titel lockt Ginger Rogers ihren Partner Fred Astaire suggestiv ins Finale des Films «Shall We Dance» (1937).
In diesem Streifen geriert sich Astaire mit übertrieben pseudo-russischem Akzent als Primoballerino Petrov (alias Peter P. Peters), der sich vorgenommen hat, die Stepptänzerin Linda Keen (Ginger Rogers) zu erobern, damit zugleich eine Allianz von klassisch-russischem Ballett und US-amerikanischem Stepptanz zu konfektionieren und im weiteren Sinne eine freundschaftliche Verbindung von US-amerikanischer und russischer Kultur herzustellen – ein schöner Traum, der gegenwärtig als undenkbarer als je zuvor erscheint.
Eine solche Allianz stellte damals auch ein anderer her – womit Kasan ins Spiel kommt. Denn in der Nähe der tatarischen Hauptstadt – im Dorf Ometewa – erblickte am 13. Februar 1873 (nach dem gregorianischen ...
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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: I divini, Seite 106
von
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