Krachblechern
Wolfram Koch stakst donquichotesk einher. Er führt seine allenthalben klappernde, raschelnde und knirschende Rüstung spazieren. Stapft und torkelt, stolpert und kriecht – ein krachblecherner König Artus, der England wider die eingefallenen Sachsen verteidigt und deren König Oswald obendrein die schöne, blinde Emmeline wieder abspenstig macht. Aber sie liebt ja sowieso nur ihn.
Wolfram Koch oder Jean-Pierre Cornu, Annika Meier oder Corinna Harfouch (als etwas starr-statischer Zauberer Merlin) – sind wir denn nicht im Zürcher Opernhaus, sondern ein paar hundert Meter bergauf im «Pfauen», dem Zuhause des Schauspiels? Doch, doch, es hat alles seine Richtigkeit. Die Mühe gilt Henry Purcells Semi-Opera «King Arthur», deren Musik (Songs, Tänze, Ensemble-Komplexe) John Drydens Texten die Waage hält, halb Oper halt und halb Sprechtheater. Dessen beträchtlicher Anteil wurde von der Dramaturgin Sabrina Zwach mitunter rechtschaffen schnoddrig eingedeutscht.
Die Musik mischt sich beinahe unauffällig ins angeregte Premierengeplauder, das schon dem Publikum 1691 in Londons Dorset Garden mindestens ebenso wichtig war. Doch Zürichs hauseigenes Spezialensemble La Scintilla erspielt sich unter dem ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch
Herr Nikitin, vor knapp vier Jahren, nach Ihrer überstürzten Abreise aus Bayreuth, hatten Sie geschworen, nie wieder ein Interview zu geben ...
Ich war damals sehr wütend. Und diese Geschichte treibt mich immer noch um. Manchmal geht sie mir durch den Kopf, und der ganze Ärger steigt wieder auf. Die Art und Weise, wie ich da wegen eines längst «übermalten» Tattoos...
Edgar Allan Poes 1838 erschienener Roman «The Narrative of Arthur Gordon Pym» gehört zu den rätselhaftesten Texten der Weltliteratur. Was als Abenteuerbericht eines blinden Schiffspassagiers beginnt, endet im Mahlstrom, auf den die beiden letzten Überlebenden im Meer zutreiben. Dazwischen erleben Pym und der Maat Peters alle Grauen und Katastrophen aus dem...
Schon ein Jahr nach der Uraufführung kamen Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites» 1958 im Teatro Nacional de São Carlos heraus – zunächst auf Italienisch. 1970 spielte man das Stück dort erstmals in der französischen Originalfassung. Nun, nach 45 Jahren, erfuhr der Dreiakter in Lissabon eine weitere Neudeutung – mit ausnahmslos portugiesischen Sängerinnen und...
