Kontraste

Valer Sabadus erkundet Antonio Caldara, Max Emanuel Cencic feiert die Neapolitanische Schule

Opernwelt - Logo

Zwei neue CD-Programme von zwei der besten Countertenöre unserer Tage mit Kompositionen aus dem 17. Jahrhundert. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Was Sängertypus, Konzeption und Interpretation betrifft, könnten die Produktionen kaum unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite steht Max Emanuel Cencic, der mit knapp 40 Jahren schon zu den Altmeistern seines Fachs gehört. Auf der anderen der zehn Jahre jüngere Valer Sabadus – auch er mischt längst in der ersten Counter-Riege mit.



Sabadus singt Arien des Venezianers Antonio Caldara, und zwar ausschließlich solche, die für Gesangsstimme und konzertierende Solo­instrumente gesetzt sind. Ein Repertoire, das immer wieder mit besonderen Klangeffekten überrascht. Etwa mit der fast schon skurrilen Kombination von Traversflöte und Chalumeau in der bukolischen Nummer «Questo è il prato» (aus «Nigella e Tirsi»). Oder mit der wiederholten Verwendung des Salterios, einer Art Hackbrett, dessen quecksilbriger Klang eine ganz eigene Atmosphäre evoziert. Im Grunde haben wir es mit Duetten zu tun, in denen die Instrumente nicht selten die Grundstimmung der Stücke prägen. So teilt sich Sabadus die Bühne mit den hervorragenden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Björn Woll

Weitere Beiträge
Aus der Natur

Welk sind die Blätter, Eis deckt die Seen, traurig ziehen die Vögel gen Süden. Traurig, denn der Norden ist ihre Heimat, seinem Himmel gilt ihre Sehnsucht. Jean Sibelius veröffentlichte das Lied «Norden» im Jahr 1917 als erstes seiner sechs Lieder op. 90. Ein schwedisches Gedicht seines Lieblingsautors Johan Ludvig Runeberg liegt ihm zugrunde. Es steht für alles,...

Sinnliche Theorie

Der Mannheimer Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch hat ein Buch geschrieben, das das Richard-Wagner-Jubel-Jahr 2013 geziert hätte. Indirekt entlarvt es im Nachhinein viele der kalkuliert zum 200. Geburtstag entstandenen Publikationen als Schnellschüsse, als muskelschlaffe biografische Klimmzüge: Wagners Frauen, Wagner als Revoluzzer, Wagner «Mit den...

Apropos... Bloß keine Rituale

Wie kommt man als Hörgeräte-Akustikerin auf die Opernbühne?
Das war eher ein Ausflug, den Beruf finde ich übrigens noch immer interessant. Die Leidenschaft für den Gesang hatte ich im Schulchor entdeckt und merkte schon da, dass mir beim Singen keine Probenzeit zu lang ist. Ich habe mich trotzdem für die Lehre entschieden, weil ich bei den Aufnahmeprüfungen für...