Kindestraum(a)

Britten: A Midsummer Night’s Dream
Wien | Theater an der Wien

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In der Gewohnheit ruhe das Behagen, fand Goethe. Damiano Michieletto kann dem Dichterfürsten in dieser Hinsicht wohl wenig abgewinnen; seine Inszenierungen suchen das Andere, Ungewohnte. So ließ er Puccinis «La Bohème» bei den Salzburger Festspielen teilweise in einem vermüllten Matratzenlager spielen, verortete Verdis «Falstaff» an gleichem Orte in der Mailänder Casa di Riposo per Musicisti, oder Mozarts «Idomeneo» im Theater an der Wien in einer Endzeitlandschaft nach dem Großen Krieg auf blutdurchtränkter Erde.

Jenen, die im Goethe’schen Sinne das Gewohnte kuschelig finden, stieß das alles natürlich sauer auf. Modernere Geister freuten sich darüber, dass der Regisseur Oper nicht bloß als Konsumobjekt sieht, sondern stets die kleinen grauen Zellen anzuregen sucht.

Dies tat Michieletto nun auch bei Brittens «Sommernachtstraum» – erneut im Theater an der Wien. Auf die Idee, die Handlung in einer Schule nachspielen zu lassen, das Geschehen quasi aus der Weltsicht junger Menschen zu erklären, ist freilich schon mancher gekommen. Man denkt an Peter Konwitschny und seinen Hamburger «Lohengrin» 1998 und an manch anderen, der entweder Konwitschnys Idee aufgriff oder von sich aus zu ...

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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché

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