Titus Engel; Foto: Agentur/Kaupo Kikkas
Jenseits der Geschichte
Zugang zu Musik, zu ihrer Musik, findet sie über Bilder, Metaphern. Allerdings nicht in dem romantischen Sinn, dass Metaphern für etwas stehen – für eine Aktion, Figur oder Stimmung. Es sind keine klaren Bilder, die den Prozess der Klangerfindung steuern. Chaya Czernowin spricht vielmehr von einer Art Infrastruktur, die ihr helfe, tief in unerhörte Sphären, Zusammenhänge einzutauchen, untergründige Beziehungen zu entdecken. In ihrem neuen Stück «Infinite now» treibt die Komponistin die Suche nach dem, was hinter dem Sprechen, Singen, Spielen steht, gleichsam auf die Spitze.
Titus Engel, der die Partitur an der Opera Vlaanderen, am Nationaltheater Mannheim und am Pariser IRCAM einstudierte, erklärt Besonderheiten und Schwierigkeiten der «Uraufführung des Jahres»
Herr Engel, für ihre dritte «Oper» hat Chaya Czernowin ein Schauspiel des flämischen Regisseurs Luk Perceval («Front») und einen Text der chinesischen Schriftstellerin Can Xue («Homecoming») verarbeitet. Berichte von Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs verschmelzen mit den Erlebnissen einer Frau in einem kafkaesken Bedrohungsszenario. Was bedeutet der Titel – «Infinite now» – für Sie?
Es geht um ein «unendliches Jetzt», um die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2017
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 24
von Albrecht Thiemann
Das macht ihm vermutlich keiner nach – sowohl in Shakespeares Tragödie als auch in der «Lear»-Oper von Aribert Reimann den gebrochenen König zu verkörpern. Für Franz Mazura war das kein Problem. Seit über 60 Jahren ist der schauspielbegeisterte Bassbariton auf allen Brettern dieser Welt zu Hause. Und solange Körper
und Stimme mitspielen, wird Mazura auch weiterhin...
Als ob sie das Stück nicht gerade ein halbes Dutzend Mal gespielt hätten. Doch trotz ständiger Wiedervorlage auf der Tournee, beim Konzert im eigenen Haus und mit einem Schlager wie Tschaikowskys Fünfter, lässt Kirill Petrenko bis eine Viertelstunde vor Beginn nicht locker. Proben, feilen, verfeinern, egal, ob in den Foyers des Münchner Nationaltheaters die...
Aufführung des Jahres: Bergs «Lulu» in Hamburg (Kent Nagano/Christoph Marthaler) und Honeggers «Jeanne d’Arc au bûcher» in Frankfurt (Marc Soustrot/Alex Ollé)
Regisseurin des Jahres: Yona Kim
Bühnenbildner des Jahres: Alfons Flores
Dirigent des Jahres: Kirill Petrenko
Sängerin und Sänger des Jahres: Anja Harteros, Christian Gerhaher, Georg Zeppenfeld
Opernhaus...
