Im Puppenheim
Halle macht sich, Halle schmückt sich. Anlässlich ihres 1200-jährigen Bestehens scheut die Stadt an der Saale kaum Anstrengungen, um in den Blick der Öffentlichkeit zu gelangen, zumal in kultureller Hinsicht. Hochkarätige Ausstellungen hat es in diesem Jahr bereits gegeben, eine Einladung zum Berliner Theatertreffen für eine Inszenierung des «neuen theaters», dazu jede Menge Wirbel um die im Ort ansässige Bundeskulturstiftung.
Zu diesem Zuwachs an Aufmerksamkeit passte, dass die beiden großen Klangkörper Halles, das Philharmonische Orchester und das Orchester der Oper Halle, fusionierten, um den Anschluss an die bundesdeutsche Spitze zu ermöglichen. Gleichsam als Startsignal lud die Oper Halle zu zwei kurz aufeinanderfolgenden Premieren. Den Auftakt machte Donizettis «Lucia di Lammermoor», eine Produktion, der es sowohl musikalisch als auch szenisch an Leichtigkeit mangelte.
Es folgte der Vorabend zum «Ring», Wagners «Rheingold». Und damit die Erkenntnis, dass es eindeutige Urteile nicht immer geben kann. Kann es sein, dass man hinterher irritiert ins Dunkel der Nacht schleicht und sich fragt, ob man soeben einem unvergesslichen theatralen Ereignis beiwohnte und zugleich dessen ...
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Dass in der Opera seria am Ende noch alles im gleichsam industriell gefertigten «lieto fine» zum Guten gewendet werden muss, ja, das kennt man. Aber mit so einem marginalen barocken Tanzschnipsel, wie er Reinhard Keisers «Arsinoë» abschließt, rechnet dann doch keiner. Konvention erfüllt, Oper spielbar, scheint uns der Komponist zuzuraunen. «Was’n das für’n...
Er hat es schon eine Nummer kleiner probiert. 1992 zum Beispiel, als er für acht Tage Frontleute aus Klassik und Pop zusammenholte. Gidon Kremer und Philip Glass, Laurie Anderson und Lou Reed spielten damals im Münchner Gasteig auf. Das «Art Projekt» entzückte alle, die beteiligten Musiker, das Publikum, die Rezensenten. Bloß den Produzenten «brachte es fast um»....
In der Oper geht es zu wie im wirklichen Leben: Die meisten lügen, dass sich die Balken biegen, die wichtigen Dinge geschehen hinter den Kulissen, wer Dreck am Stecken hat, verbirgt den Stecken, und die Intriganten handeln ganz selbstlos in höherem Interesse.
Der Berliner Staatsopernintendant Peter Mussbach hat das in seiner Mailänder «Don Giovanni»-Inszenierung,...
