Im Focus
Es gibt Stücke, die gibt’s nicht wirklich auf den Spielplänen. Sie tauchen nur ab und zu dort auf, werden bestaunt, bewundert, befragt, befeuert und bisweilen auch belächelt. Dann verschwinden sie wieder – um später wieder aufzutauchen und bewundert und belächelt zu werden und wieder zu verschwinden. Man könnte sie Einzelgänger nennen, ohne dass sie deshalb gleich einen erratischen Charakter haben müssen. Oft, aber keineswegs immer, werden sie für bestimmte Sängerinnen und Sänger angesetzt: Ihr Wohl und Wehe hängt vom Niveau der Ausführenden ab.
Das ging in diesem Monat erstaunlich gut. Donizettis «Linda di Chamounix» ist so ein seltenes Stück und wurde in Barcelona von Diana Damrau und Juan Diego Flórez veredelt. In Stockholm sorgte Nina Stemme bei ihrem Rollendebüt als Mädchen aus dem Goldenen Westen für Furore. In Zürich dirigiert Ingo Metzmacher den «Palestrina» von Pfitzner so, wie man ihn noch nie hörte: als dehydrierte, moderne Klangwelt, deren Trümmer kein Leitmotiv, kein Kontrapunkt mehr kittet. Die gefährdete, weil von den Stadtvätern ungeliebte Oper Bonn besinnt sich nach dem Erfolg von «Irrelohe» auf Schrekers «Der ferne Klang». Das und mehr im Focus-Teil dieses ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 5
von
Wenn Madame hereingeschoben wird, ist die Wuppertaler Opernbühne schon fast voll. Knapp unter der Portalkante schwebt ihr zierlicher Kopf, ragt gerade noch sichtbar aus der tiefblauen Riesenrobe heraus, die ihr die Aura einer fernen Königin der Nacht verleiht. Doch diese wunderliche Majestät wünscht niemandem der Hölle Rache an den Hals, sie erzählt vielmehr eine...
Helmut Oehring ist Autodidakt. Gelernt hat der Ostberliner eigentlich Baufacharbeiter. Hat als Friedhofsgärtner, Forstarbeiter, Altenpfleger gejobbt. Bis er die Musik als seine Berufung entdeckte. Gitarre spielte er schon lange. Verehrte Queen, Pink Floyd, Jimi Hendrix. Schrieb dann plötzlich aus heiterem Himmel ein Streichquartett. Friedrich Goldmann, dem er es...
Studioproduktionen der Opern Richard Wagners sind heute kaum mehr zu bezahlen. Die vermutlich für lange Zeit letzte Aufnahme dieser Art ist der «Tristan» unter Antonio Pappano mit Plácido Domingo und Nina Stemme (2004/05, siehe OW 9-10/2005). Wer eines Tages wissen will, wie im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Wagner gesungen wurde, ist auf Live-Dokumente...
