Höllenarbeit
In einer theaterinternen Typologie werden Repertoireopern gern Etiketten aufgeklebt: «Fidelio» und «Freischütz» sind heute immer heikle «Interpretationsfälle», der «Ring» ein Prüfstein, die «Soldaten» eine Herausforderung, die «Lustige Witwe» etwas für die Kasse - und «Hänsel und Gretel» etwas für die ganze Familie.
Zur letzten Kategorie gezählt wird häufig auch Janáčeks «Schlaues Füchslein», weshalb sich mancher Theaterchef wundert, dass nicht selten nach der offiziell anberaumten Orchesterprobenzahl noch Chaos herrscht – man hatte offenbar mit einer leichtbeschwingten Partitur im Gusto von «Peterchens Mondfahrt» gerechnet. In Wirklichkeit gehört das «Füchslein» zu allen erwähnten Typen-Kategorien, betrüblicher Weise aber nicht zu den Kassenschlagern. Eine vorösterliche Aufführung der anspruchsvollen (pausenlosen) Hagener Arbeit zeigte 40 Prozent Platzausnutzung.
An diesem Haus war man sich bewusst, was Einstudierung und Präsentation des Werks bedeuteten. Intendant Francis Hüsers, als Produktionsdramaturg beteiligt, sprach in der Einführung am Abend von einer «Höllenarbeit», die vor allem die musikalische Vorbereitung erzwinge. In der Tat traf das Orchester unter der Leitung von ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Hans-Klaus Jungheinrich
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– The Medium: 5., 6.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Rossini, L’italiana in Algeri (Koproduktion mit Quincena Musical, San Sebastian u. Festival San Lorenzo del Escorial, Madrid): 4. (P), 5., 6., 9., 10., 11.
ML: Allemandi, I: Rechi,...
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Die Rede ist von...
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