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Händel: Giulio Cesare in Egitto DUISBURG | THEATER

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Warum besetzt man die Rolle der Cleopatra in Händels «Giulio Cesare in Egitto» mit einem männlichen Sänger? Wir sind doch nicht in Rom des 17. Jahrhunderts, wo Frauen auf der Bühne verboten waren und ab und zu Kastraten in ihre Rollen schlüpften. Doch es fügte sich offenbar, dass mit Dennis Orellana einer der besten Sopranisten unserer Zeit zur Verfügung stand. Er singt bei der Premiere in Duisburg die Rolle auch wirklich wunderbar, mit glockenreinem Timbre und locker hingeworfenen Koloraturketten, etwa in der Arie «Da tempeste il legno infranto».

Dass man eine Kastratenpartie wie die des Cesare mit einer Mezzosopranistin besetzen konnte, war im Barock üblich und auch heute noch. Anna Harvey hat ein ebenso schönes Tempo wie Orellana, nur viel dunkler und wärmer. In ihren Koloraturen gebietet sie aber nicht über die nötige Kraft, um das Orchester zu überstrahlen.

Und das ist ein generelles Problem der Aufführung. Über weite Strecken des Abends stimmt die Balance zwischen Sängerinnen und Sängern auf der einen und dem Orchester auf der anderen Seite nicht. Da kann der Alte-Musik-Experte Attilio Cremonesi noch so viel versuchen und sich der Unterstützung einer hinzugekauften ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Richard Lorber

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