Grüße aus Frankfurt
Ein Filialunternehmen? Dieses Gefühl möchte er den Inntalern natürlich nicht geben, sagt Bernd Loebe. Und doch fühlt, sieht und hört sich das sehr hessisch an, was in seinem ersten Programm bei den Tiroler Festspielen zu erleben war. Fast alle, ob Solisten, Dirigenten oder Mitglieder der Regie-Teams, haben irgendeine Beziehung zu Loebes Frankfurter Intendantenzentrale. Erl, so seine Politik, soll Spielwiese sein für den Ernstfall auf internationaler Ebene. Sei es, dass der Nachwuchs hier die Hauptrollenchance bekommt.
Sei es, dass sich eine Produktion warmläuft für die Übernahme nach Frankfurt.
Donizettis «L’elisir d’amore» ist so ein Fall. In der übernächsten Spielzeit soll die Inszenierung am Main zu erleben sein. Regisseurin Dorothea Kirschbaum, in Frankfurt unter anderem als Einspringerin bei «Eugen Onegin» getestet, verlegt das Stück mit Alexandre Corazzola (Bühne) und Dorothee Joisten (Kostüme) in einen ältlichen Mehrzweckraum mit Bar. Hier wird getanzt, hier treffen sich die Singles des Stadtviertels zum Speeddating, hier dehnen die Teilnehmer des Yoga-Kurses ihre Muskeln. Mit Esoterik-Angeboten kann man folglich verführt werden: Dulcamaras Elixire sind reinstes Wasser.
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Markus Thiel
Die drittletzte der insgesamt rund 70 Opern Gaetano Donizettis, von den Häusern um des Kassenstands willen oft gespielt und vom Publikum mit Blick auf einen launigen Opernabend heiß geliebt – «Don Pasquale» ist doch fürwahr ein einfältiges Stück. Ein Schwank mit simpler Musik, eine Operette, aber nicht so gut wie «Die Fledermaus». Doch Vorsicht, die Behauptung ist...
So kennt man die Geschichte aus der Erzählung von Friedrich de la Motte Fouqué: Des Fischers Tochter verschwindet eines Tages, während am gleichen Abend auf der Schwelle seiner Behausung ein anderes Mädchen erscheint. Undine eben, die von den verzweifelten Eltern an Kindes statt angenommen wird und an den Gestaden eines kleinen Sees zu einer jungen, faszinierend...
Mit Oper kann er eigentlich nicht viel anfangen. Weite Bögen, scharfe Kontraste, markante Figuren, dramatische Spannung – all das, was lebendiges Musiktheater braucht, um Funken zu schlagen, ist Hans Abrahamsen letztlich fremd. Einem Komponisten, dessen Denken aus der Stille kommt, der feingliedrige Gespinste austüftelt, die nicht selten auf mathematischen...
