Groucho als Abräumer
Dolly war nur der Anfang; jetzt klonen sie bereits Groucho Marx. Zumindest schien der Komiker Ende Juni in vielfacher Ausführung durch Foyer und Zuschauerraum des Grazer Schauspielhauses zu wuseln und sich auch auf der Bühne an mehreren Klavieren gleichzeitig zu betätigen: Männer mit schwarzen Perücken und ebensolchen aufgeklebten Schnäuzern. Perplex der Uneingeweihte, der die Zusammenhänge nicht kannte.
Denn eigentlich hätten die Preise, welche die Herren Tobias Kratzer aus Landshut und Rainer Sellmaier aus München mit ihrer Truppe einsammelten, nach Bulgarien und Serbien gehen müssen, hatten sie ihr Konzept doch als Pedrak Topola und Nedrak Morakov, Mitglieder des freien Künstlerkollektivs ATEF Berlin, verkauft – aus Lust an der Verstellung, und weil sie auch noch andere Ideen am Kochen hatten. Konsequenterweise liefen sie während des Finales des «Ring.Award 08» quasi als balkanisches Revival von «A Night at the Opera» herum.
Es war der fünfte Wettbewerb für Regie und Bühnenbild des «Wagner-Forum» Graz, entstanden vor elf Jahren auf Initiative von dessen Vorsitzenden Heinz Weyringer und des damaligen Grazer Intendanten Gerhard Brunner, mit Peter Konwitschny als ständigem ...
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