Glück auf!
Eine «bergmännische Operette» im sächsischen Annaberg, wo man einst nach Silber grub, Spitzen klöppelte und Borten wirkte? Ein Stück von «Vogelhändler»-Zeller, mit einem Kumpel, der lieber Kegel schiebt, als unter Tage nach dem Rechten zu sehen? Mit einer Comtesse, die inkognito dem vom Papa bestimmten Bräutigam entwischt, und einem als Lehrling auftretenden Fürsten, der heimlich testet, ob seine Stollen noch etwas abwerfen? Diese Kuriosität wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Im Januar 1894 hatte Ministerialrat Carl Johann Adam Zeller seinen «Obersteiger» am Theater an der Wien freigesetzt. Für einige Jahre machte der mit Couplets und schmissigen Ensembles gespickte Schwank famos Kasse, dann verschwand er in der Versenkung. Zwar hatte sich das an der Grenze zu Buchholz gelegene Theater – es fasst maximal 295 Besucher – schon mal 1960/61 für das Stück stark gemacht, und vor sieben Jahren versuchte Herbert Moog am Wiener Schlosstheater Schönbrunn eine (auf zwei cpo-CDs dokumentierte) konzertante Wiederbelebung. Doch das war’s dann auch.
Ingolf Huhn, der dem kleinen Haus in Annaberg nach Stationen in Meiningen, Freiberg und Zwickau seit 2010 als Geschäftsführender Intendant ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Albrecht Thiemann
Seit August 2007 wird in Luzern über den Bau einer Salle Modulable, eines flexiblen Raums für (neues) Musiktheater diskutiert. Die Idee geht auf Pierre Boulez zurück. Boulez, der 2004 die Lucerne Festival Academy gründete und bis kurz vor seinem Tod leitete, hatte nicht nur eine Dynamisierung der Beziehung zwischen Bühne(n) und Zuschauer im Auge, ihm ging es vor...
Ärgert es Sie eigentlich, wenn Sie immer wieder auf den «Freischütz»-Film angesprochen werden?
Vor einem Jahr habe ich entschieden, dass ich nicht mehr selbst darauf hinweise, weil ich mich ja nicht immer auf meine Anfänge berufen muss. Prompt wurde ich nicht mehr darauf angesprochen – bis jetzt! Der Film war einfach ein großes Glück für mich. Tolle Kollegen, die...
Energie, die mit Farbe nach dem Leben greift: Der Bühnenraum ist voller Scheiben, aufgehängt wie vertikale Perlenketten in geometrischem Raster. Ihr Kolorit changiert, passt sich Ebbe und Flut der Musik an. Links ein wirrer, struwwelbärtiger Mann, die Beine in enormen Klötzen. Ein wenig erinnert er uns an Fafner. Oder an Rübezahl. Er scheint in Gedanken versponnen,...
