Gerüttelt und geschüttelt
Das Teatrino di Corte an Neapels Palazzo Reale ist ein vergleichsweise unbekanntes Juwel, das ganz im Schatten des majestätisch-prunkvollen Teatro San Carlo steht. Dabei ist in dem kleinen, 1768 fertiggestellten Theater so manche neapolitanische buffa aufgeführt worden, während man gestandene seria-Kost eher im San Carlo gab. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, diente das Teatrino zunächst als Kino für die alliierten Besatzungstruppen, bevor es 1954 restauriert und danach weiteren Renovierungsarbeiten unterzogen wurde.
Nun strahlt es mit seinen roten und goldenen Schmuckelementen, Statuen, Fresken sowie modernster Bühnentechnik in neuem Glanz. Für die Wiedereröffnung hatte der Musikwissenschaftler Ivano Caiazza besondere Arbeit geleistet: Endlich war Domenico Cimarosas «Il marito disperato» mit den originalen Orchesterstimmen und in jenem neapolitanischen Dialekt zu hören, den der Komponist sich für den Helden seiner Oper vorgestellt hatte – eine kaum minder aufwändige und liebevoll aufbereitete Restaurierung.
Im Zentrum der Handlung steht der wohlhabende, aber einfältige Don Corbolone. Er ist mit der Edelfrau Gismonda verheiratet. Ein bunter Reigen typischer Commedia ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Carlo Vitali
Sie hatten sich gesucht und gefunden: der erfolgreiche Komponist und umtriebige Opern-Manager Gian Carlo Menotti und der nicht weniger umtriebige Weltklasse-Tenor Plácido Domingo, der später auch ein erfolgreicher Manager werden sollte. Sie waren verbunden durch das gemeinsame künstlerische Credo: Oper ist zum Singen da. Bei einem Abendessen während des Edinburgh...
Einen Moment lang, als das überschaubare Publikum die Treppe zum Dachgeschoss des Historischen Zentrums in Wuppertal-Barmen mit dem Familienhaus von Friedrich Engels hinaufklettert –, einen Moment lang scheint dieser Ort der ideale Platz, um wie weiland der junge Engels in seinen «Briefen aus dem Wuppertal» gegen die Folgen der Industrialisierung zu wettern....
Im Mai 2010 wurde sie wie ein Staatsakt gefeiert – die Wiedereröffnung des Teatro Colón in Buenos Aires. Doch schon kurz nach dem weltweit beachteten Paukenschlag breitete sich am größten und bekanntesten Opernhaus Südamerikas wieder jener lähmende Krämergeist aus, der einen nachhaltigen künstlerischen Aufschwung blockiert. Schon Ende 2010 warfen Streiks alle Pläne...
