Geisterstunden

The Turn of the Screw aus Glyndeborne und The Rape of Lucretia aus Aldeburgh

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Zur Feier des Britten-Jubiläums haben die beiden wichtigsten englischen Festivals Mitschnitte herausgebracht: Glyndebourne Jonathan Kents Inszenierung von The Turn of the Screw auf DVD, Aldeburgh The Rape of Lucretia unter Oliver Knussen als Doppel-CD.

Die Glyndebourne-Produktion (eine Reprise der Inszenierung von 2005 aus dem Jahr 2011, aber erstmals auf DVD) verblüfft von Anfang an damit, wie gut sie sich für die Kamera eignet (Regie: Francois Roussillon).

Die Szene, in der das Kindermädchen im Zug sitzt – auf die Fenster hinter ihrem Sitz wird die vorüberziehende Landschaft projiziert – könnte selbst aus einem Film stammen (Tim Burtons Dark Shadows von 2012 beginnt genau so). Tatsächlich ist Kent dem Henry-James-Stoff auch zum ersten Mal auf dem Bildschirm begegnet – in Gestalt von Jack Claytons The Innocents (1961).

Ausstatter Paul Brown hat die Fabel per Kostüm in den Fünfziger- jahren verortet, also in der Entstehungszeit der Oper, und ein so reduziertes wie wandelbares Bühnenbild entworfen. Vereinzelte Möbel markieren Wohnzimmer, Bad, Schlafgemach, ein Zweig deutet den Garten an. Ein freistehendes Fenster trennt das geschützte Innen vom bedroh­lichen Außen. Gekippt wird es ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Wiebke Roloff

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