Gefährdeter Aufschwung
Wieder einmal geriet Italiens Opernlandschaft in Aufruhr. Im Unisono-Chor, wie in einer frühen Verdi-Oper, erhob sich der Protest der Intendanten: «Sollte es bei dieser Regelung bleiben», verkündeten mehrere Theaterleiter entrüstet, «werden wir unsere Häuser sehr bald schließen müssen.» Ursache der Bestürzung war die im neuen Haushaltsgesetzentwurf für 2006 vorgesehene drastische Kürzung der staatlichen Mittel für die Opernhäuser.
Angesichts des hohen Defizits des italienischen Staatshaushalts hatte die Regierung beschlossen, zwanzig Milliarden Euro einzusparen. Für das Kulturressort war eine Reduktion in Höhe von dreihundert Millionen Euro vorgesehen. Wobei die härtesten Einschnitte die Opernhäuser getroffen hätten. Um den Kahlschlag abzuwenden, wurden unverzüglich fieberhafte Aktivitäten entfaltet, kam es zu Protestkundgebungen und Streiks, erschienen in der Presse leidenschaftliche Plädoyers für die Hochkultur und speziell die auf italienischem Boden geborene Gattung Oper. Zudem drohte Kulturminister Rocco Buttiglione, getreu der üblichen Dramaturgie solcher Auseinandersetzungen, mit seinem Rücktritt.
Alles Kulissendonner, eingeübtes Ritual? Diesmal nicht, zumal die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
26. April 1986: Im Reaktorblock nahe der russischen Stadt Tschernobyl ereignet sich der Unfall, der angeblich niemals passieren sollte. Durch eine Kernschmelze wird Strahlung in hoher Menge freigesetzt, verseuchte Wolken ziehen über Russland bis nach Süddeutschland und weiter. Während seiner Inszenierung von Wagners «Ring des Nibelungen» 1981-1986 am Krefelder...
Enrico Caruso war noch kein Star, als er die Rolle des Federico in Francesco Cileas «L’Arlesiana» übernahm. Die Uraufführung dieser Oper am 27. November 1897 im Mailänder Teatro Lirico, die nicht zuletzt dank seiner Leistung ein großer Erfolg wurde, darf als sein eigentlicher Durchbruch gelten. Die Arie «E la solita storia» zählt seither zu den absoluten...
Herbert Wernicke hätte es wohl gefallen, dass sein Basler Bühnenbild für den ersten Teil von Händels «Israel in Egypt», das letzte, das er vor seinem Tod im Frühjahr 2002 noch entwerfen konnte, in der Jubiläums-Inszenierung der «Lustigen Witwe» in Hannover konserviert und produktiv weiterentwickelt wird. Mit dem Zuschauerraum des Bayreuther Festspielhauses auf...
