Für Kleine gemacht, aber groß gedacht
Kinderoper, so kann man wohl sagen, ist die härteste Disziplin im Opernhandwerk. Alles, was eigentlich auch der erwachsene Zuschauer will: Verständlichkeit, Überraschung, Humor, Poesie – hier muss es unbedingt geliefert werden, sonst verliert man einen ganzen Saal. Dann wird mit Programmheften geraschelt, gequängelt, gequatscht und gestöhnt. An der Komischen Oper Berlin weiß man Bescheid um die Herausforderung, nimmt sie an und wirft in die Kinderoper einfach alles hinein, was das Haus zu bieten hat.
Seit vielen Jahren schon wird pro Saison ein Kompositionsauftrag vergeben – Kinderoper-Premieren sind hier immer auch Uraufführungen –, Ensemblemitglieder der ersten Reihe treten auf, am Bühnenbild wird nicht gespart und überhaupt: Gespielt wird stets im Großen Haus und nicht etwa auf irgendeinem Nebenschauplatz, derzeit und wohl auch in weiterer Zukunft in der Ausweichspielstätte im Schiller Theater. Zwei Jahre soll an der Sanierung des Stammhauses in der Behrenstraße nicht weiter gearbeitet werden, weil die Stadt Kosten sparen muss. In einer besseren Welt hätte es vielleicht geheißen: Die Komische Oper wird bei den Sparmaßnahmen entlastet, weil sie sich so engagiert um den ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Clemens Haustein
Nicht, dass es in den zwei Jahrzehnten zuvor schlecht gelaufen wäre, keineswegs. Immerhin wurde während der Intendanz von Eric Vigié der hochmoderne Anbau, mit dem die Opéra de Lausanne eine eigene Produktionsstätte erhielt, seiner Funktion übergeben. Doch mit der Ankunft von Claude Cortese, dem neuen Intendanten der Opéra de Lausanne, hat jetzt auch künstlerisch...
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