Festliche Höllenfahrt
Als die vormals Städtische Oper Berlin, nunmehr in Deutsche Oper umbenannt, vor einem halben Jahrhundert in ihr neues Haus an der Bismarckstraße einzog, war das nicht nur ein herausragendes kulturelles, sondern auch ein politisches Ereignis. Wenige Wochen zuvor war die Mauer gebaut worden, dem Westberliner Opernhaus entstand daraus eine zusätzliche Verpflichtung: «Durch die unheilvolle Zerschneidung einer Gesamtberliner Operntradition muss die Westberliner Oper den Rangbegriff ‹Berliner Staatsoper› von einst auf sich zu nehmen trachten», schrieb damals Johannes Jacobi in der «Zeit».
Die Eröffnung mit «Don Giovanni» am 24. September war geladenen Gästen aus aller Welt vorbehalten, zeitgleich wurde der Mitschnitt der Generalprobe im Fernsehen ausgestrahlt. Die Aufmerksamkeit galt zunächst aber nicht der Neuinszenierung, sondern dem Neubau selbst, dessen Architektur auch kritische Stimmen hervorrief. Jacobi sprach für viele, wenn er feststellte: «Nichts an Bornemanns Opernhaus zeugt von überwältigender Originalität».
Mit dem Einzug in der Bismarckstraße löste Gustav Rudolf Sellner den bis dahin amtierenden Carl Ebert als Intendanten ab, überließ seinem Vorgänger jedoch die Ehre, die ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Seit seiner Uraufführung an der New Yorker Metropolitan Opera im Dezember 1918 hat Puccinis Triptychon gemischte Reaktionen hervorgerufen. Nach der erfolgreichen Premiere wurden die Drillinge getrennt: «Gianni Schicchi», ursprünglich der heitere dritte Akt des Ganzen und als solcher gleichsam eine bombensichere Nummer, gedieh auch allein prächtig, während «Il...
Kurz vor dem Ernstfall musste die Trophäenschau helfen. Waltraud Meier und Johan Botha erschienen leibhaftig bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsoper in Tokio. Als Beweise, als Signal: Ja, die Stars sind tatsächlich da. Ganz so einfach ist es nämlich nicht mehr mit den Japan-Gastspielen westlicher Renommierhäuser. Karten werden zwar gekauft, die...
Mehr und mehr gehen die großen Opernhäuser dazu über, ausgewählte Neuinszenierungen durch Symposien zu vertiefen. Solche Begegnungen zwischen Wissenschaft und Praxis sind nützlich, auch wenn sie oft nur geringes Publikumsinteresse finden. Ob freilich die dort präsentierten Referate hinterher auch in Buchform dokumentiert werden müssen, darf angesichts dreier...
