Fest der Stimmen
Den meisten deutschen Musikliebhabern dürfte der Name Spyridon Samaras nichts sagen. Dabei war der 1861 auf Corfu geborene Komponist und spätere Schöpfer der griechischen Nationalhymne zu seiner Zeit auch jenseits der Heimat ein berühmter Mann. In Athen und später in Paris (u. a. bei Léo Delibes) ausgebildet, begann Samaras seine Karriere in Italien, wo er sich mit «Flora mirabilis» (1886) und «La martire» (1894) als ernsthafter Konkurrent von Puccini, Mascagni und Leoncavallo auswies. Die Primadonna Emma Calvé verhalf seinen Opern auch an der Mailänder Scala zum Triumph.
Später wandte er sich in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Paul Milliet, dem Co-Autor von Massenets «Werther», auch französischen Stoffen zu, bevor er sich schließlich mit «Rhea» (1908) auf seine nationalen Wurzeln besann. Einen griechischen Nationalstil strebte dieser musikalische Kosmopolit indes nie an. In seinen Werken verbinden sich italienische Kantilene und französischer Konversationston mit einer Tendenz zur allmählichen Entwicklung der Nummernoper zum Wagnerischen Konzept der unendlichen Melodie und Leitmotivik.
Dass Samaras’ Opern nach dem Zweiten Weltkrieg kaum noch aufgeführt wurden, hängt auch ...
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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Ekkehard Pluta
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