Marina Rebeka: Amor fatale. Rossini Arias. Marina Rebeka (Sopran). Münchner Rundfunkorchester, Marco Armiliato. BR Klassik 900321 (CD); AD: 2016/2017
Feinherb, delikat, versonnen
Die Teenies mit den Widerhaken, die durchtriebenen Verzierungsschleudern – sie passen nicht zu ihr. Viele Gründe hat das. An der feinherben Bühnenpräsenz liegt es, vor allem aber an einer Stimme, die eher nach Dame klingt und auch nach distanzierter Tragödin. Dabei wurde Marina Rebeka bei Rossini sozialisiert, wie sie im «Opernwelt»-Interview sagte (OW 9-10/2017). Ihre CD-Hommage an den Schicksalskomponisten umfasst folgerichtig die drama queens der Seria – mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.
Dem Album «Amor fatale» ist anzuhören: Hier will sich eine Sopranistin mit aller Macht und Kraft etablieren. Und manchmal, wie in der Arie der Anaï aus «Moïse et Pharaon», schlägt dieses Wollen um in eine Dramatik, deren Höhenausflüge mehr nach Anspannung klingen als nach triumphierend genommenen Spitzen.
Mit streng kanalisiertem Material und etwas frostiger Färbung erobert sich Maria Rebeka diese Szenen. Koloraturen klingen nicht nach Häckselmaschine, sondern sind sul fiato – wenn auch manche Verzierungen und extrapolierten Töne überraschen. Die Heldinnen strahlen bei ihr im Lichte eines kühlen Feuers und wirken am besten (man nehme nur Desdemonas Weide-Lied aus «Otello» oder Mathildes ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Markus Thiel
Neue Musik für oder mit Stimme – das ist der gemeinsame Nenner. Sonst haben die drei CDs wenig gemein. Die Sopranistin Sarah Maria Sun wirkt zwar gleich bei zwei der hier vorgestellten Produktionen mit. Doch das vergleichende Hören zeigt einmal mehr die (nicht mehr ganz so neue) Unübersichtlichkeit gegenwärtigen Komponierens an.
Sarah Maria Sun und ihr...
Die Orte sind unterschiedlicher nicht denkbar. Hier der pittoreske Musentempel, ehedem ein Schauspielhaus, vor einer halben Ewigkeit bereits zum Konzertsaal umfunktioniert. Dort eine Kirche, altehrwürdig, sowie ein ehemaliges Fitnesscenter. Keine Gemeinsamkeiten, nirgends. Auch nicht, was die Stoffe angeht. Shakespeare und die Bibel kann man kaum zusammendenken....
Der Titel dieses Doppelalbums ist nicht zu hoch gegriffen. Der Niederländer und Wahlösterreicher Robert Holl, der am 10. März seinen 70. Geburtstag feierte und auf dem Podium nach wie vor aktiv ist, zählt zu den bedeutendsten Interpreten des deutschen Liedes; auch seine großen Opernrollen (Sachs, Gurnemanz) haben von diesen Erfahrungen profitiert. Wie sein Lehrer...
