Fanal und Frohsinn
Die Stadt ist fast so alt wie die «Oper», das aus Europa importierte unmögliche Kunstwerk: 1607 gegründet, erklärten die Spanier Santa Fe schon 1610 zum Verwaltungszentrum der Kolonie Nuevo Mexico – zehn Jahre bevor die ersten Siedler aus England an der Ostküste, in Plymouth Rock landeten. Später, im Zeitalter der großen Trecks gen Westen, machten unzählige Pelzjäger, Goldgräber und Pioniere hier Station. Heute strömen vor allem Kulturtouristen in die Hauptstadt des Bundesstaates New Mexico.
Zumal im Sommer, wenn die Santa Fe Opera, eines der interessantesten Musiktheater Nordamerikas, ihr Festival auflegt, schießen die Besucherzahlen in die Höhe.
Unter dem nach zehn Jahren scheidenden General Director Charles MacKay wurde das Repertoire, überhaupt das Angebot des Hauses, signifikant erweitert. Insgesamt 26 Premieren hat MacKay im am Rande der Wüste gelegenen Crosby Theatre angestoßen, darunter fünf Uraufführungen und eine US-Erstaufführung. Alle anderen Stücke waren in Santa Fe zum ersten Mal zu sehen. Mit 14 verschiedenen Komponisten hat er das heimische Publikum bekannt gemacht. Zwei von ihnen, John Adams und Leonard Bernstein, standen diesmal im Rampenlicht.
Als wichtigste ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Rodney Punt
Von außen ähnelt das Haus eher einer Scheune als einem Theater, aber das sagten kundige Bayreuth-Besucher seinerzeit auch über das große Festspielhaus. Und jetzt eben über die Probebühne in seinem Schatten, auf der seit zehn Jahren – als beinahe einzige Erfindung Katharina Wagners, die ihre Intendanz überdauern könnte – Wagner für Kinder gezeigt wird.
Die Idee...
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Über die unbekannten Werke, die der Palazzetto Bru Zane regelmäßig ausgräbt, können sich historisch interessierte Melomanen nur freuen. Diesmal eine historisierende Oper des Komponisten, von dem man eigentlich nur «La Juive» kennt. Ein gewisser Richard Wagner durfte 1841 den Klavierauszug anfertigen und lobte die...
Der Mann mit der hohen Stirn, der wie bestellt und nicht abgeholt vor einem leeren Geschäftsportal sitzt, an einem Sonntagmorgen in einer menschenleeren Straße (vielleicht im New Yorker Greenwich Village) – ja, irgendwie könnte es auch Hanns Eisler sein. Freilich, Edward Hoppers Gemälde «Sunday» entstand bereits 1926, zwölf Jahre vor Eislers Ankunft in New York....
