Fades Abenteuer
Wenn die Oper in England auf Landpartie geht, geschieht dies in guter Hoffnung auf so viel Sonne, dass das Publikum während der ausgedehnten Pausen sein Picknick-Dinner einnehmen kann. Dieses Jahr indes hatte sich schon Sturmgewölk über der Garsington Opera nahe Oxford zusammengebraut, bevor der Vorhang zu Vivaldis «L’incoronazione di Dario» aufging. Die Erben von Leonard Ingram, jenes Bankers, der 2006 – sechzehn Jahre, nachdem er das Unternehmen auf seinem Anwesen in Oxfordshire gegründet hatte – unerwartet starb, wollen die Sommeroper nicht weiter beherbergen.
Innerhalb von zwei Jahren muss die Truppe ein neues Quartier finden. Die Suche nach einer Spielstätte von vergleichbarer Qualität hat bereits begonnen. Ob Garsington Opera freilich ihre so eng an den Geburtsort gebundene Identität neu erfinden kann, bleibt abzuwarten.
Ebenso ist man auf der Suche nach frischem Repertoire. Anthony Whitworth-Jones, ein ehemaliger Mitarbeiter des Glyndebourne Festivals, dem nach Ingrams Tod die künstlerische Leitung in Garsington angetragen wurde, sieht in «L’incoronazione di Dario» den Startschuss zu einem Vivaldi-«Abenteuer», das 2012 mit einer Produktion von «L’Olimpiade» ins Ziel kommen ...
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