Expedition zwischen Struktur und Natur
Ende 1910 machen sich der Norweger Roald Amundsen und der Brite Robert Scott auf, den Südpol zu entdecken. Beide werden ihn erreichen, mehr als ein Jahr später, der Norweger als Erster, der Brite als Zweiter. Scott und sein gesamtes Team kommen auf dem Rückweg um. In der Geschichte der Entdecker, der Expeditionen und der großen Abenteuer ist der Kampf um den Südpol ein Mythos geworden. Aber taugt der auch als Stoff für eine Oper? Ja – «South Pole» von Miroslav Srnka, im Januar 2016 an der Bayerischen Staatsoper in München uraufgeführt, wurde ein großer Erfolg.
Hans Neuenfels inszenierte, Kirill Petrenko dirigierte, Rolando Villazón und Thomas Hampson sangen die beiden «Helden» (siehe OW 3/2016). Letzterer war übrigens skeptisch, als Srnka ihm zwei Jahre vor der Premiere das Stück erläuterte: «Wie soll das gehen? Sollen wir zwei Stunden Ski fahren?» Es kam dann doch ein bisschen anders, Ski fahren musste Hampson nicht – allenfalls ein wenig auf Schneebrettern herumstehen. Srnka interessierte weniger der Wettlauf als der innere Kampf der beiden Protagonisten.
Die Idee zu dem Stoff kam dem 1975 in Prag geborenen Komponisten im Riesengebirge. Regelmäßig zieht er sich auf eine einsam ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 51
von Egbert Tholl
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
GENERALINTENDANT UND GESCHÄFTSFÜHRER: Michael Schmitz-Aufterbeck
GENERALMUSIKDIREKTOR: Kazem Abdullah
VERWALTUNGSDIREKTOR UND GESCHÄFTSFÜHRER: Udo Rüber
SEKRETARIAT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG: Doris Hautermann, Tatjana Trunsperger
CHEFDRAMATURGIN: Inge Zeppenfeld
KÜNSTLERISCHE BETRIEBSDIREKTORIN, CHEFDISPONENTIN UND STELLV. DES...
Sie kommen aus einer Musikerfamilie. Ihre Mutter ist die dänische Opernsängerin Inge Dreisig, auch Ihr Vater war Sänger. So mancher will da bewusst etwas anderes machen. Sie nicht?
Für mich war die Oper eine Welt voller Wunder, auch wenn ich wusste, da wird harte Arbeit geleistet. Mit sechs Jahren fing ich im Kinderchor an, an der Opéra Royal de Wallonie – ich bin...
Bei Shakespeare hat sich nicht nur Verdi bedient. Noch 400 Jahre nach dem Tod des Elisabethaners beleben seine Stoffe und Figuren das Musiktheater. Gerade erst wurde in Wien eine neue Hamlet-Oper (von Anno Schreier) uraufgeführt. In Shakespeares Stücken wirbeln Erhabenes und Triviales, Tragik und Komik, Königshof und Kneipe wild durcheinander. Vielleicht ist es...
