Es geht um Ideen
Herr Decker, im Vorwort des neuen Ruhrtriennale-Programmhefts schwärmen Sie von der magischen Atmosphäre der alten Industriearchitektur. Nun denkt man bei Gebläse- und Maschinenhallen erst mal nicht an das Schwerpunktthema des Festivals: den Islam.
Man muss sich vergegenwärtigen, wo diese Hallen stehen. Das Ruhrgebiet ist eine Region, die stark durch Migration geprägt ist. Es stellen sich vor Ort dringliche Fragen, die aus dieser migrationsbestimmten Gesellschaft herkommen.
Zudem glaube ich, dass die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem islamischen Denken eine Aufgabe ist, die auf uns alle zukommt. Und im Ruhrgebiet geschieht das, wie so vieles, früher und intensiver als anderswo. Beim Thema Migration und Ruhrgebiet denkt man allerdings zunächst an die Kohlekumpel aus Polen. Das ist die Geschichte des Ruhrgebiets. Aber die Gegenwart sind die Migrationsströme aus den islamischen Ländern und deren Folgen. Mir ist es wichtig, die Wurzeln des islamischen Denkens zu zeigen und nicht die Tagesaktualitäten, die mit bestimmten Formen des Islam und unserer Islamkritik zu tun haben. Davon hören wir in den Medien ohnehin schon genug. Mir geht es um die Wurzeln, um die Essenz des ...
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Puccini mochte es gar nicht, wenn die drei Einakter seines «Trittico» auseinandergerissen und mit Stücken anderer Komponisten gekoppelt wurden. Die Met trieb dieses Spiel zu besonders aparten Kombinationen und spielte jahrelang «Gianni Schicchi» als Aufwärmer vor «Salome». Doch so berechtigt der Hinweis auf die dramaturgische Einheit des «Trittico» ist: Es wächst...
Die Aufführung von Monteverdis «Orfeo», die unter Paul Hindemiths Leitung am 3. Juni 1954 in Wien stattfand und deren Mitschnitt nun erstmals auf Tonträgern zugänglich ist, hatte für den damals 24-jährigen Nikolaus Harnoncourt, der im Orchester saß, «die Wirkung eines Blitzschlags». Er war schon damals dabei, ein eigenes Ensemble für Alte Musik aufzubauen (den...
